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Warum Therapien in der Altersmedizin so wichtig sind

23. November um 10:24 · · Eva von Felten, Simone Albert und Sandra Signer, Co-Leiteinen Therapien

Physio-, Ergo-, Logo- und Ernährungstherapie schon kurz nach dem Eintritt ins Spital: In der Altersmedizin kommt therapeutischen Behandlungen eine wichtige Rolle zu. Altersmedizin verfolgt einen ganzheitlichen Aspekt, denn oft bestehen mehrere Erkrankungen, die gemeinsam behandelt werden sollten. Therapien zur Verbesserung der Bewegungs- und Alltagsfähigkeit oder der Ernährungssituation leisten dabei einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit, denn sie helfen zu verhindern, dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert, oder sie lindern bestehende Beschwerden. Je früher Therapien durch auf Altersmedizin spezialisierte Therapiefachkräfte beginnen, desto rascher sind Verbesserungen möglich. Dabei wird der Gesundheitszustand einer Patientin oder eines Patienten immer berücksichtigt und die Therapie wird den jeweiligen Möglichkeiten und Behandlungszielen entsprechend angepasst.

 

Am Tag der Therapien am 8. September 2022 dankt die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER ihren über 100 Therapiefachkräften für ihren fachlich und menschlich hervorragenden Einsatz zum Wohle von Patientinnen und Patienten. Im FELIX PLATTER werden Patientinnen und Patienten nicht nur stationär durchgehend therapeutisch begleitet. Auch ambulant stehen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Ernährungstherapie zur Verfügung. In der Tagesklinik werden individuell angepasste Therapieprogramme angeboten. Ausserdem stehen ein altersmedizinisch spezialisiertes Trainingszentrum und ein Therapiebad zur Verfügung.

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Schnell und bequem zum DEXA-Befund

23. November um 10:24 · · Dr. med. Thomas Vogt, Leitender Arzt Rheumatologie; Dr. med. Andreas Fischer, Oberarzt akute Altersmedizin, NutriCare Clinic

Osteoporose betrifft viele ältere Menschen. Frühzeitig erkannt und rechtzeitig behandelt kann einer Osteoporose gut entgegengewirkt werden. Mit der Knochendichte-Messung DEXA (Dual Energy X-Ray Absorptiometry) lässt sich feststellen, ob eine Patientin oder ein Patient ein Osteoporose-Risiko aufweist und ob eine Therapie entsprechend sinnvoll ist. In der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER werden DEXA-Messungen für ambulante und stationäre Patientinnen und Patienten angeboten. Auch Externe können für eine Messung zugewiesen werden.

 

Bei einer DEXA-Messung wird der Mineralstoffgehalt der Knochen mit einer speziellen Röntgenmethode untersucht. Je nach Dichte des Knochens dringen mehr oder weniger Stahlen durch den Knochen auf die Messplatte und erlauben so die Messung der Knochendichte. Die Strahlenbelastung ist bei dieser Methode für den Körper sehr gering. Mit den Messergebnissen können frühzeitig Hinweise für eine Osteoporose entdeckt werden, noch bevor tatsächlich Symptome (Knochenbrüche) auftreten.

 

Bei Fragen zur DEXA-Messung steht Ihnen unsere DEXA-Fachverantwortliche Nadine Kraus gerne zur Verfügung.

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Delirbetreuung im Spannungsfeld von Schutz der Privatsphäre und Sicherheit

23. November um 10:24 · · Dr. med. Isabella Glaser, Leitende Ärztin, DelirUnit, Dr. phil. Wolfgang Hasemann, Leiter Basler Demenz-Delir-Programm

Als die «DelirUnit», die auf Delirbetreuung spezialisierte Abteilung in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP), entworfen wurde, war klar, dass die Sicherheit der hier betreuten höchst vulnerablen, aber zugleich kognitiv eingeschränkten Personen von höchster Bedeutung ist. Sicherheit heisst oft auch Überwachung, doch hier stellen sich gleich drei Probleme: Zum ersten muss auch bei kognitiv eingeschränkten Personen der Schutz der Privatsphäre gewährleistet bleiben. Zum zweiten ist eine eins-zu-eins-Überwachung, beispielsweise durch Sitzwachen, sehr kostenintensiv. Und zum dritten kann die ständige Anwesenheit einer fremden Person in einer Ausnahmesituation wie einem Delirerlebnis zusätzlichen Stress bedeuten, der gerade in dieser Situation vermieden werden sollte.

Die UAFP hat sich deshalb frühzeitig für eine Zusammenarbeit mit QUMEA entschieden. QUMEA ist ein Radar, das menschliche Bewegung analysiert und in einer App die zuständige Pflegeperson informiert, wenn sich ungewöhnliche Bewegungsmuster zeigen. QUMEA verschafft der Pflegeperson einen Zeitvorteil, mit dem sie rechtzeitig auf Aktivitäten reagieren kann, die ein normalerweise unbeobachtetes Verlassen des Bettes beinhalten würden.  Da es sich bei der Anwendung des Radarsystems um eine völlig neuartige Technologie im Spitalumfeld handelt, wurde frühzeitig auch der kantonale Datenschützer beigezogen, um alle datenschutzbezogenen Aspekte zu prüfen. Im Pilotbetrieb jedenfalls hat sich QUMEA so gut bewährt, dass niemand aus dem DelirUnit-Team zu alten Lösungen wie Sitzwachen, Klingelmatten oder ähnlichem zurück möchte. 

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Delir als Komplikation bei älteren Erwachsenen mit einer Krebserkrankung

23. November um 10:24 · · Franziska Schmidt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Berner Fachhochschule Gesundheit Bachelorstudiengang Pflege, Wolfgang Hasemann, PhD, Leiter Basler Demenz-Delir-Programm, Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER

Ältere Erwachsene bilden die grösste Gruppe unter den Patientinnen und Patienten mit einer Krebserkrankung. Sie sind zum Zeitpunkt der Diagnosestellung meist von Multimorbidität betroffen. Physiologische Alterungsprozesse können zusätzlich das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen erhöhen und mit einer generellen funktionellen Beeinträchtigung einhergehen. Hinzu kommen geriatrische Symptome wie Malnutrition, Sarkopenie, Gebrechlichkeit (Frailty), neurokognitive Störungen (Demenz, Delir) und Stürze. Die daraus resultierenden Verschlechterungen in der Funktionalität bedeuten für ältere onkologische Patientinnen und Patienten eine verschlechterte Lebensqualität, was sich negativ auf die Prognose und das Überleben auswirken kann. Daher verfolgt die onkologische Rehabilitation das übergeordnete Ziel, die Funktionalität in Bezug auf die onkologische Diagnose und/oder Therapie zu erhalten und/oder zu verbessern, Komplikationen zu reduzieren, die die Lebenserwartung und -qualität beeinträchtigen können, unabhängig vom Krankheitsstadium.

 

Erleiden Betroffene während einer onkologischen Rehabilitation ein Delir, kann dies den Rekonvaleszenzprozess gefährden. Die Praxis zeigt jedoch, dass eine spezialisierte Delir-Behandlung entscheidend dazu beitragen kann, die Folgen eines Delirs zu mildern. Gerade bei älteren Menschen mit einer Krebserkrankung ist der Verlust der Unabhängigkeit die grösste Bedrohung, die sich im Falle eines Delirs sogar akzentuieren kann. Um diese und ähnliche Komplikationen möglichst zu vermeiden, wird bei dieser vulnerablen Patientengruppe empfohlen, (onkologische) Therapieentscheide idealerweise aufgrund eines multidisziplinären geriatrischen Assessments zu treffen.

 

Bestandteile dieses Assessments, die auch in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER standardisiert eingesetzt werden, sind unter anderem die Erfassung der Funktionalität, Komorbiditäten, Polypharmazie, Kognition (Demenz, Delir), die emotionale Verfassung, Fatigue, Malnutrition und die soziale Unterstützung. Damit Beeinträchtigungen und Bedürfnisse bei Patientinnen und Patienten rasch erkannt werden können, werden für Pflegende sowohl aktuelles onkologisches wie auch geriatrisches Fachwissen empfohlen, um entsprechende Interventionen initiieren zu können.

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Holmusk und FELIX PLATTER verbinden Alzheimer-Forschung mit Real-World-Evidence

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. phil. Andreas U. Monsch, Abteilungsleiter Memory Clinic

Holmusk, ein führendes globales Unternehmen im Bereich Data Science und mentale Gesundheit, und die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) werden in einem gemeinsamen Forschungsprojekt die Alzheimer-Forschung voranbringen. Beide Institutionen haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um vertieft umfangreiche Datensätze aus fehlgeschlagenen Alzheimer-Studien zu analysieren. Ziel des gemeinsamen Forschungsprojekts ist es, mit modernsten Datenmodellen bislang unentdeckte Erkenntnisse dieser Medikamentenstudien zu finden. Diese könnten helfen, zukünftige klinische Studien effektiver zu gestalten.

 

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird Holmusk seinen eigenentwickelten Ansatz des maschinellen Lernens nutzen, um den Krankheitsverlauf vorherzusagen und die Wirkung verschiedener Medikamente differenziert darzustellen. Die Memory Clinic an der UAFP wird als führende klinische Studieneinheit für klinische Studien zu Alzheimer für das Forschungsprojekt wesentliche klinische Expertise zur Verfügung stellen. Die innovativen Modellierungsfähigkeiten der künstlichen Intelligenz von Holmusk bieten eine noch nie dagewesene Möglichkeit, den Krankheitsverlauf und das Ansprechen auf die Behandlung auf Patientenebene besser zu verstehen.

 

Alzheimer ist die häufigste Ursache für Demenz, von der weltweit über 50 Millionen Menschen betroffen sind. Obwohl in den letzten zwei Jahrzehnten über 250 Milliarden US-Dollar in klinische Studien zu Alzheimer investiert wurden, waren nur vier von 156 klinischen Studien erfolgreich. Als erstes Medikament hat nun Aducanumab von der FDA eine Zulassung mit Auflagen erhalten. Auch fehlgeschlagene Studien liefern riesige Datensätze von bildgebenden Verfahren des Gehirns, biochemischen Messungen und neurokognitiven Testresultaten, und diese Zusammenarbeit ebnet den Weg, diese sinnvoll zu nutzen.

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Kognitive Störung im Alter: Was ist «normal», was ist abklärungsbedürftig?

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. med. Reto W. Kressig, Ärztlicher Direktor

Ältere Patienten haben die Tendenz, bei vermehrter Vergesslichkeit und anderen «kleinen» Hirnfehlleistungen das Älterwerden oder das Alter im Allgemeinen dafür verantwortlich zu machen. Die Tatsache ist eine andere. Die normale Hirnalterung ist wissenschaftlich sehr gut untersucht und lediglich mit einer diskreten Verlangsamung von Denk- und Reaktionsprozessen verbunden. Kann also ein Name nicht sofort, aber nach einer gewissen Zeit erinnert werden, ist dies noch «normal». Wenn man immer schon ein schlechtes Namensgedächtnis hatte, darf man im Alter keine diesbezügliche Verbesserung erwarten. Ist die Vergesslichkeit aber neu und entsteht dadurch ein subjektiver Leidensdruck, so sollte dies ernst genommen werden, denn aktuelle Forschungen zeigen,  dass in 25 Prozent der Fälle innerhalb von sechs Jahren eine Demenz zu befürchten ist.[1] Leider werden Hirnleistungsstörungen oft primär auf Gedächtnis und Vergesslichkeit reduziert. Unser Hirn leistet jedoch viel mehr, denn viele dementielle Prozesse beginnen in anderen Hirnleistungsbereichen, wo Verschlechterungen bei erhaltener Gedächtnisleistung primär über ein anderes Verhalten sichtbar werden, zum Beispiel bei Problemen mit komplexen Aufgaben wie Management von finanziellen Angelegenheiten oder auch beim Kochen von komplizierteren Menus. Solche Veränderungen sind nicht normal und sollten abgeklärt werden.

 

Abgrenzung von «normal» versus «pathologisch»

Beim Hausarzt muss mit wenig Zeitaufwand entschieden werden können, ob kognitive Störungen schnell weiter abgeklärt werden müssen, ob weiter beobachtet werden sollte oder kein weiterer Handlungsbedarf besteht. Das frühere zeitaufwändige Screening von kognitiven Störungen wurde in den letzten Jahren signifikant weiterentwickelt: Die von den «Swiss Memory Clinics» und Schweizer Hausärzten entwickelte Testung «BrainCheck» (http://www.braincheck.ch/de) trennt in wenigen Minuten «normal» von «pathologisch» mit einer Trennschärfe von 90 Prozent.[2] Beim Test müssen drei einfache Fragen beantworten und ein Uhrentest absolviert werden. Gleichzeitig werden den engsten Angehörigen sieben kurze Fragen gestellt. Alle Resultate können sofort elektronisch erfasst und beurteilt werden. Bei bestehender weiterer Abklärungsbedürftigkeit muss zusammen mit der betroffenen Person und den Angehörigen entschieden werden, wie die Diagnostik weiter vorangetrieben werden soll.

 

Abklärungsbedürftige kognitive Störungen

Die Art der weiteren Abklärung von kognitiven Störungen ist sehr individuell und hängt vom Einverständnis, dem Gesundheitszustand, der Lebenserwartung und den sozialen Lebensumständen jedes einzelnen ab. Bei fitten Senioren sollte immer eine spezialisierte Abklärung bei einem Demenzspezialisten oder einer Memory Clinic erfolgen. Diese umfasst neben einer medizinischen Untersuchung mit Labor und Biomarkern eine neuropsychologische Abklärung mit Hirnbildgebung. Bei sehr hochaltrigen und fragilen Patienten kann auch eine verkürzte kognitive Abklärung (z.B. mittels sogenanntem MoCa-Assessment[3] erfolgen. Diese kann oft sogar beim Hausarzt durchgeführt und diagnostisch ausgewertet werden. Zusätzlich sollte ebenfalls eine Hirnbildgebung durchgeführt werden, um den wahrscheinlichsten neuropathologischen Grund einer dementiellen Entwicklung festzulegen. Dies ist entscheidend für die Art der einzuleitenden Therapie.

 

Wichtigste Erkenntnis ist also: Es gibt einfache Verfahren, die beim Hausarzt absolviert werden können. Mit diesen kann sicher beurteilt werden, ob kognitive Veränderungen «normal» oder behandlungsbedürftig sind. 

 

[1] Wolfsgruber S et al. Differential risk of incident Alzheimers Disease Dementia in stable versus unstable patients of subjective cognitive decline. J Alzheimers Dis 2016 ; 54 : 1135-1146.

[2] Ehrensperger MM et al BrainCheck – a very brief tool to detetc incipeint cognitive decline : optimized case-finding combining patient- and informant-based data-Alz. Res Ther 2014 ; 6 : 69

[3] Nasreddine ZS et al. The Montreal Cognitive Assessment, MOCA : A brief screening tool for mild cognitive impairment. J Am Geriatric Soc. 2005 ;53 :695-699.

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Wie die Nachsorgeplanung in der Altersmedizin erfolgt

23. November um 10:24 · · Petra Spielmann, Abteilungsleiterin Sozialberatung

Ziel eines Aufenthalts in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER ist immer, Patientinnen und Patienten in ihr gewohntes Umfeld entlassen zu können. Der Austritt nach Hause oder zurück ins Alters- oder Pflegeheim wird dabei gut geplant. Hochbetagte Menschen brauchen dabei eine individuelle Begleitung, denn oft ist Unterstützung nötig, die von der einfachen Gehhilfe bis hin zur täglichen pflegerischen Betreuung reichen kann. Die Planung der sogenannten Nachsorge, also der Betreuung nach dem Austritt aus dem Spital, beginnt schon beim Eintritt im FELIX PLATTER mit der Abklärung des sozialen Umfelds: Wer kann im Alltag unterstützen? Wer kann bei Problemen rasch gerufen werden? Ein weiterer Aspekt ist die Abklärung der Wohnsituation: Sind Haushalt, Verpflegung von Haustieren, Einkäufe und ähnliches zu bewältigen? Kann eine Patientin oder ein Patient selbständig eine Mahlzeit zubereiten? Welche Hilfsmittel sind sinnvoll?

 

Teil des interprofessionellen und interdisziplinären Behandlungsteams ist immer auch eine ausgebildete Sozialberaterin oder ein Sozialberater mit Kenntnissen darüber, wie der Gesundheitszustand medizinisch und therapeutisch eingeschätzt wird. Auf Basis dieser Einschätzung planen und koordinieren die Sozialberaterinnen und Sozialberater mit den Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen, wie der Alltag nach dem FELIX PLATTER weitergeht.

 

Dabei ist auch der Blick auf die Finanzierung wichtig: Wer übernimmt die Kosten für Hilfsmittel oder regelmässige medizinisch-pflegerische Unterstützung? Wie kann ein Zimmer im Alters- oder Pflegeheim finanziert werden? Auch die Übergabe an die Hausärztin oder den Hausarzt muss organisiert werden: Wurde die Medikation umgestellt? Braucht es weitere Therapien? All diese Fragestellungen werden im Rahmen der Austrittsplanung aufgegriffen.

 

Oft sind diese Gespräche mit vielen Emotionen verbunden. Sie sind jedoch ein entscheidender Faktor für grösstmögliche Lebensqualität auch im höchsten Alter. Deshalb lohnt es sich auch für ältere Menschen und ihre Angehörigen, sich schon früh über Bedürfnisse und Wünsche Gedanken zu machen und offen miteinander darüber zu sprechen.

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Neue Studie zu Sarkopenie bei hospitalisierten geriatrischen Patientinnen und Patienten der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER

23. November um 10:24 · · Dr. med. Dominic Bertschi Leitender Arzt Geriatrische Universitätsklinik, Spital Tiefenau, Bern

Das Forschungsteam der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER befasst sich unter der Leitung von Prof. Dr. med. Reto W. Kressig mit der Sarkopenie bei hospitalisierten geriatrischen Patientinnen und Patienten. Nach der Studie zur Prävalenz der Sarkopenie «Sarcopenia in hospitalized geriatric patients: insights into prevalence and associated parameters using new EWGSOP2 guidelines», welche 2021 erschienen ist, wurden weitere Aspekte untersucht. Analysiert wurde, inwiefern eine vorliegende Sarkopenie mit Einschränkungen in der Selbständigkeit im täglichen Leben (Körperpflege, Mobilität, Kognition) mit der Sarkopenie vergesellschaftet ist.

 

Die Studie hat gezeigt, dass sarkopene Patientinnen und Patienten signifikant häufiger von Einschränkungen in der Mobilität und in der Kognition betroffen sind im Vergleich zu Personen ohne Sarkopenie. Die Resultate unterstreichen, dass die frühe Erkennung einer Sarkopenie wichtig ist, um mit multidimensionalen Trainingsinterventionen möglichst früh insbesondere auch motorisch-kognitive Fähigkeiten trainieren zu können.

 

Bertschi D, Kiss CM, Beerli N, Mauthner O, Kressig RW. Impact of sarcopenia on daily functioning: a crosssectional study among older inpatients. Aging Clin Exp Res, 2022.

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Gelebte Nachhaltigkeit in der Altersmedizin am Beispiel der Ernährung

23. November um 10:24 · · Birgit Hall, Leiterin Organisationsentwicklung & Qualitätsmanagement

Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) hat Nachhaltigkeit bewusst in ihrem Leitbild verankert: «Wir sehen Nachhaltigkeit als unsere Verpflichtung. Es ist zentral in einem sich rasch wandelnden Umfeld sorgsam mit Ressourcen umzugehen». Qualität, Wirtschaftlichkeit und Ökologie werden in der UAFP sinnvoll miteinander verbunden.

 

Die Ernährung bildet gerade bei älteren Menschen das Fundament für die medizinischen und therapeutischen Behandlungen. Für den Heilungsprozess braucht es Energie und Baustoffe – insbesondere Proteine und Vitamine – aus Nahrungsmittel. Essen und Trinken tragen direkt zum Wohlbefinden und zur Genesung der Patienten bei und sind damit ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit. Die abwechslungsreichen Mahlzeiten werden in der UAFP frisch und bedarfsgerecht zubereitet. Bei jeder Patientin und bei jedem Patienten wird der Ernährungszustand beurteilt und falls notwendig eine Ernährungstherapie durchgeführt. So kann unter Berücksichtigung der medizinischen Behandlung die erforderliche Ernährungstherapie festgelegt werden.

 

Bei der Herstellung der Mahlzeiten legt die Küche der UAFP einen besonderen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit: lokaler Einkauf, ressourcenschonende Zubereitungsgeräte und effiziente Reinigungsprozesse sorgen für eine nachhaltige Gastronomie. Die Vermeidung von Foodwaste wird erreicht durch adaptierte Menüs, bei denen die Portionen kleiner, die Nährstoffmengen jedoch gleich gross wie bei einem normalen Gericht sind. Die Gerichte werden exakt geplant und frisch nach Rezepten zubereitet. Somit wird gewährleistet, dass so wenig überschüssige Speisen wie möglich produziert werden. Auch Rüst- und sonstige Abfälle werden nicht einfach entsorgt, sondern gesammelt und zur Gewinnung von Energie und Dünger genutzt. Einen weiteren aktiven Beitrag zum Klimaschutz hat die UAFP mit PET-Recycling erzielt und das Umweltzertifikat für das Sammeln von fast einer Tonne PET-Flaschen in einem Jahr erhalten.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Denn wir wissen, was wir tun

23. November um 10:24 · · Stephanie Bridenbaugh, Abteilungsleiterin Basel Mobility Center

Wie fühlt sich das Alter an? Arthrose, Grauer Star, zitternde Hände? Für junge, gesunde Menschen ist es nicht leicht, dies nachzuvollziehen. Empathie ist jedoch wesentlich für einen sensiblen Umgang mit älteren Menschen. Damit unsere Fachkräfte sich besser in unsere Patientinnen und Patienten hineinversetzen können, steht den Mitarbeitenden der Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER ein Alterssimulationsanzug zur Verfügung. Binnen Minuten erleben sie, wie es ist, unter verschiedenen Altersbeschwerden zu leiden. Wie dieser Anzug funktioniert und wie sich junge Menschen damit fühlen, zeigt ein neuer Film. Treppen steigen, Geld abheben, Kaffee trinken – das alles fühlt sich mit 20 Jahren anders an als mit 80. Das erlebt auch Lukas:

 

 

Sie möchten den Film Ihren Mitarbeitenden oder Studenten zeigen? Gern! Der Film steht auf unserer Webseite und YouTube für externe Weiterbildungen, Vorlesungen oder Vorträge zur Verfügung. Voraussetzung ist, dass die «Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER» als Quelle genannt wird.

 

Bei Interesse an dem GERT-Anzug für einen Workshop oder eine Weiterbildung melden Sie sich bitte beim Basel Mobility Center, baselmobilitycenter@felixplatter.ch.

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Diesjähriger Fokuspreis von Alzheimer beider Basel geht an Wolfgang Hasemann

23. November um 10:24 · ·

Dr. phil. Wolfgang Hasemann, Advanced Practice Nurse auf der DelirUnit in der UAFP und Leiter des Basler Demenz-Delir-Programms, hat den diesjährige Fokuspreis von Alzheimer beider Basel erhalten. Der Preis, der zeigt, wie wichtig das Bekenntnis zu Menschen mit Demenz ist, wurde am Sonntag 25. September 2022 im Rahmen der Veranstaltung „Demenz im Gespräch“ verliehen. Bei Menschen mit Demenz besteht ein erhöhtes Risiko für Delirien. Umgekehrt verschlechtert ein Delir den Zustand bei Demenzbetroffenen bzw. erhöht es die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken. Die DelirUnit an der UAFP, die wesentlich von Wolfgang Hasemann mit aufgebaut wurde, erlaubt es dem interprofessionellen Team aus Altersmedizinern/-innen, Psychiatern/-innen, Pflegenden und Therapiefachpersonen, die Fähigkeiten der Patientinnen und Patienten mit Hilfe der speziellen Infrastruktur (z. B. Bodenbetten) und besonderen Behandlungskonzepten (z. B. keine Fixation, wenig Sedation) zu mobilisieren. Eine entspannte Atmosphäre (z. B. Aromatherapie, Musik, Biografiearbeit) erdet die Betroffenen. Gute Ernährung und viel Bewegung innerhalb der weglaufgeschützten Abteilung unterstützen den körperlichen Heilungsprozess. Nach dem Abklingen des Delirs ist ein nahtloser Übergang in die akute Altersmedizin oder unsere spezialisierte Demenz-Abteilung gewährleistet.

 

Wir gratulieren Wolfgang Hasemann herzlich zu dieser tollen Anerkennung, die auch eine grosse Würdigung für die Arbeit der gesamten DelirUnit ist.

 
 
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Warum nach einem Spitalaufenthalt auch der Blick auf die Lebensumstände wichtig ist

23. November um 10:24 · · Petra Spielmann, Abteilungsleiterin Sozialberatung

Eine Erkrankung und ein damit verbundener Klinikaufenthalt kann manchmal die Lebenssituation einschneidend verändern. Oft kommt dann erst der Moment, in dem sich Betroffene und ihre Angehörigen bewusst werden, dass ein selbständiges Leben wie vorher so nicht mehr möglich ist. Speziell beim Spitalaustritt stellen sich viele Fragen: Geht es so weiter, wie es vorher war oder braucht es für ein möglichst selbstständiges Leben Unterstützung? Was muss organisiert werden? Welche finanziellen Folgen sind zu beachten?

 

Die Sozialberatung ist in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER integraler Bestandteil des interprofessionellen Teams aus ärztlichem Dienst, Pflegenden und Therapeutinnen und Therapeuten. An den wöchentlichen Teambesprechungen erhält die Sozialberatung einen vertieften Einblick in die individuelle Situation des Erkrankten, zum Beispiel, ob die Patientin oder der Patient Treppen steigen kann, welche medizinische Behandlungen anstehen, welche pflegerischen Hilfestellungen notwendig sind und ob allenfalls weitere Therapien organisiert werden müssen. Mit diesem multiprofessionellen Blick auf die Lebenssituation wird der Austritt mit den Patientinnen und Patienten konkret geplant. Meist sind auch die Angehörigen direkt in die Sozialberatung einbezogen, wenn der Austritt organisiert wird.

 

Die Sozialberatung koordiniert die vor dem Austritt anstehenden Aufgaben, organisiert die Nachsorge, informiert die beteiligten Personen und ist Ansprechpartner bei organisatorischen Fragen.

 

Flexibilität ist entscheidend

Diese anspruchsvolle Aufgabe hat viele Tücken. In der Arbeit mit Menschen ist wenig planbar, deshalb ist eine laufende Anpassung an die aktuellen Bedürfnisse die Regel.  So kann zum Beispiel die unerwartete Absage einer Kostengutsprache, ein sich überraschend ändernder Krankheitsverlauf oder die Verfügbarkeit von externen Pflegekapazitäten die Planung neu beginnen lassen. In solchen Situationen steht das Wohl der Patientin und des Patienten, aber auch der betroffenen Angehörigen, im Vordergrund. Empathie und soziale Kompetenz sind dann wichtig, denn oft müssen weitreichende Entscheidungen in kurzer Zeit gefällt werden, die nicht selten mit Unsicherheit und Stress einhergehen.

 

Genau solche Situationen erfordern eine enge Zusammenarbeit aller Professionen und klare Verantwortungen. Die Sozialberatung übernimmt diese anspruchsvolle Aufgabe und realisiert den Spagat zwischen den strukturellen Anforderungen und den Bedürfnissen, die die Betroffenen haben.

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Moderne Blutverdünnung auch bei Hochbetagten sicher

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. med. Stefan T. Engelter, Chefarzt Rehabilitation

Die direkten oralen Antikoagulantien (DOAC) stellen eine attraktive Alternative zu den Vitamin-K-Antagonisten (VKA) in der blutverdünnenden Behandlung von Hirnschlagpatient/-innen mit Vorhofflimmern dar. Ob dies jedoch für die – im klinischen Alltag zunehmend häufigeren – hochbetagten Hirnschlagpatient/-innen über 85 Jahren gilt, war bisher unklar. In einer von Basler Forschern koordinierten, internationalen, gepoolten Analyse aus sieben Kohortenstudien wurde nun zum ersten Mal die Sicherheit und Wirksamkeit der modernen DOAC gegenüber den herkömmlichen VKA bei den ältesten Patient/-innen mit Vorhofflimmern und einem kürzlichen Hirnschlag untersucht. 

 

Eine Forschungsgruppe unter anderem des Universitätsspitals Basel und der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER in Basel konnte zeigen, dass diese moderne Form der Blutverdünnung auch bei hochbetagten Hirnschlagpatient/-innen sicher und wirkungsvoll ist. Dies kann unmittelbar im klinischen Alltag umgesetzt werden. 

 

Die Studie wurde am 8. November 2021 in der Zeitschrift Annals of Neurology (Impact Factor 10.4) online publiziert. 

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Vorausplanung schafft Zuversicht

23. November um 10:24 · · Patrick Jermann, Pflegeexperte Palliative Care

Der Begriff «Palliative Care» umfasst die Begleitung und die Behandlung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen und/oder chronisch fortschreitenden Krankheiten. An der Palliativ-Woche vom 14. bis am 20. November 2022 in der Region Basel werden verschiedene Aspekte rund um Palliative Care betrachtet und diskutiert. Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER unterstützt dies.

 

Die Anlässe dienen dazu, sich Gedanken zu machen über die Vorausplanung, bevor man  selbst in die Lage kommen sollte, von Palliativ Care Gebrauch machen zu wollen. Sie regen dazu an, mit seinen Liebsten darüber zu reden, was zählt, wenn es ernst wird. Mit seinen Ärztinnen und Ärzten zu besprechen, was zu tun ist, wenn eine Erkrankung schwer ist oder gar das Lebensende naht. Die meisten Betroffenen möchten vermeiden, dass ihre Nächsten im Ernstfall die Entscheidungslast tragen müssen.

 

Ein wichtiger Schritt ist es, aufzuschreiben, was einem wichtig ist und was man unbedingt noch erleben möchte. Auch Behandlungswünsche schriftlich festzuhalten, ist vor allem mit fortschreitendem Alter sinnvoll.

 

Mehr Einblicke und Anregungen erhalten Sie bei den verschiedenen Veranstaltungen der Palliativ-Woche.

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Evidenzbasierte Farbigkeit im Spital

23. November um 10:24 · · Alexa Blum, Design Alexa Blum GmbH

Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) gestaltet ihre Innenräume neu. Ein erster Prototyp auf zwei Bettenstationen im 3. Stock, auf dem vor allem Rehabilitations-Patientinnen und -Patienten betreut werden, ist kürzlich fertiggestellt worden.

 

Der Prototyp ist Teil eines umfassenden evidenzbasierten Gestaltungskonzepts für die Innenräume des Akutspitals. Es wurde ein evidenzbasiertes Farbkonzept erarbeitet, das eine breite Farbpalette von insgesamt 22 Farben umfasst. Mit Hilfe des Prototyps wurden Farben getestet sowie Proportionen überprüft und optimiert. Farbtöne wurden neu ausgemischt und angepasst, die Grösse und Lage von Farbflächen austariert und verändert - mit dem Ziel ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen, das schlüssig in die bestehende Architektur greift.

 

Gerade die Tatsache, dass das Farbkonzept wie alle anderen Elemente der neuen Innengestaltung evidenzbasiert ist, war für die UAFP als Auftraggeberin zentral. Evidenzbasiert heisst aufbauend auf wissenschaftlichen Grundlagen und Erfahrungswissen. Damit existiert eine verlässliche Grundlage, auf der Farben gezielt und wirksam eingesetzt werden können. Gerade dort, wo Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Vorlieben zusammenkommen, aber auch eine Vielzahl komplexer Prozesse ineinandergreifen, ist es wichtig, die Farbwahl nicht nur auf ästhetischer Ebene abzustützen, sondern grössere Zusammenhänge einzubeziehen. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien zeigt auf, wie Menschen auf ihre Umwelt reagieren, wie auch Farben ihre Wahrnehmung beeinflussen und wie diese Einfluss auf den Menschen nehmen. Sie lösen Assoziationen und Emotionen aus und beeinflussen so das Denken -und letzten Endes sogar die Art, wie wir handeln. Studien weisen dabei auch immer wieder auf die regenerierende Wirkung der Natur, ihrer Farben und Strukturen hin.

 

Farbtöne, der in unserer Wahrnehmung eng mit der Naturerfahrung verbunden sind, sind Töne im Grünspektrum. Sie liegen im mittleren Spektralbereich und besitzt tendenziell eine beruhigende Wirkung. Je nach Mischung der Pigmente, Farbmenge oder Intensität können sie variiert werden und zum Beispiel auch eine leicht belebende Wirkung entfalten. Mit ein Grund dafür, dass alle Patientenzimmer in Grüntönen gestrichen sind. Je nach Ausrichtung und Grundriss der Zimmer sind unterschiedliche Grüntöne eingesetzt.

 

Farbe gibt aber auch Orientierung und Sicherheit- eingebunden in ein Konzept, das sich über das ganze Gebäude erstreckt, können Farben nachvollziehbare Strukturen schaffen und als intuitiv lesbare Wegführung dienen. So ist bereits von den Liftzonen aus gut sichtbar, wohin die Gänge führen: die Station Nord ist in Rot und Terracottatönen, die Station Süd in Blaunuancen gestrichen, ein Blick in den Therapiebereich zeigt grüne Wandflächen. So helfen die Farben den richtigen Weg zu finden und bilden quasi ein Farbleitsystem. Der Weg zurück zum Lift wird durch gelbe Wandflächen signalisiert, die schon auf den Stationen schon Hinweise für die richtige Abzweigung geben.

 

Farbe tut gut- aus evidenzbasierter Sicht kann Farbe also viel mehr als nur „gefallen“. Gezielt eingesetzt kann sie helfen, dass Gebäude für alle, die sich in ihm aufhalten, einfach besser funktionieren. Werden die richtigen Impulse gesetzt, kann Farbe ganze Prozesse unterstützen. Sie kann positive Impulse geben, die die Patientinnen und Patienten im Heilungsprozess und Therapiefachpersonen bei ihrer Arbeit unterstützen, Besucherinnen und Besucher begleiten und führen und Mitarbeitenden ein motivierendes Arbeitsumfeld geben. Kurz gesagt: sie kann einen Beitrag leisten, die Lebensqualität im Gebäude aufzuwerten. Nach der Gestaltung des Prototyps wird das Farbkonzept nun im gesamten FELIX PLATTER angewandt.

 

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Alexa Blum


Die Autorin ist Designerin und hat sich auf die Entwicklung evidenzbasierter Farbkonzepte spezialisiert. Sie verbindet breite Praxiserfahrung bei der Gestaltung von Gesundheitseinrichtung und anderen öffentlichen Institutionen mit Methoden und Erkenntnissen der aktuellen Designforschung.

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Kristine Ewert ist Vorstandsmitglied von Alzheimer Schweiz

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. med. Reto W. Kressig, Ärztlicher Direktor, Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER

Kristine Ewert, Leitende Ärztin in der Alterspsychiatrie der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP), ist am 10. Juni 2022 in den Zentralvorstand von Alzheimer Schweiz gewählt worden. Als Doppelfachärztin für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie mit Schwerpunkttitel Alterspsychiatrie kann sie ihr Wissen und ihre Erfahrung künftig im Rahmen der Vorstandsarbeit und gemeinsam mit Alzheimer Schweiz für direkt oder indirekt von Demenz betroffene Menschen einsetzen. Gleichzeitig wurde Dr. med. Andreas Studer aus dem Zentralvorstand von Alzheimer Schweiz verabschiedet. Andreas Studer, der während mehrerer Jahrzehnte als Leitender Arzt in der Alterspsychiatrie der UAFP tätig war, hat sich auch als mehrjähriges Vorstandsmitglied grosse Verdienste um die Unterstützung von Demenz-Betroffenen erworben. Kristine Ewert kann damit eine wichtige Arbeit nahtlos fortführen.

Aktuell leben 146'500 Menschen mit Demenz in der Schweiz. Jährlich kommt es zu 31'375 Neuerkrankungen, das heisst alle 17 Minuten erkrankt jemand neu an Alzheimer oder einer anderen Demenz. Alzheimer Schweiz ist ein gemeinnütziger Verein mit über 10’000 Mitgliedern und rund 130’000 Gönnerinnen und Gönnern. Die Organisation ist in jedem Kanton mit einer Sektion vertreten und in Basel eng mit der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER verbunden. Seit über 30 Jahren unterstützt Alzheimer Schweiz kompetent Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und Fachpersonen aus der Pflege und Betreuung.

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Gesund Älterwerden

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. med. Reto W. Kressig, Ärztlicher Direktor

Gesundheit im Alter – können wir das beeinflussen? Die Forschung zeigt «Ja», denn nur 20-30% der Gesundheit wird durch unsere Gene bestimmt. Den Rest können wir durch einen gesunden Lebensstil aktiv beeinflussen.

 

Der Alterungsprozess beginnt nach der Pubertät und das erste betroffene Organ ist das Hirn. Dabei spielen intrinsische Faktoren wie Genetik, oxidativer Stress und hormonelle Veränderungen eine Rolle. Ernährung, Zuckerkonsum oder Umwelteinflüsse sind Beispiele für äussere Faktoren, die das Altern beeinflussen.

 

Doch was kann man konkret dazu beisteuern, gesund zu altern? Die Forschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass Gene sich im Laufe des Lebens verändern können. Mit diesen Gen-Regulationen befasst sich die sogenannte Epigenetik. In der DO-HEALTH Studie konnte belegt werden, dass das Risiko von Krebs aller Arten durch eine Einnahme von 2000 IE Vitamin D, 100mg Omega3 und einem Heimtrainingsprogramm um 60% gesenkt werden konnte. Dies könnte damit zusammenhängen, dass durch eine Vitamin D gesteuerte epigenetische Veränderung ein allfällig vorhandenes Krebsgen «ausgeschaltet» wird.

 

Mit fokussierten Aufmerksamkeits-Übungen («Mindfulness»), in Form von Meditation oder Atemübungen, werden die Aufmerksamkeit, das Langzeitgedächtnis und die visuell-räumlichen Fähigkeiten trainiert. Diese Übungen bringen wesentlich höhere Effekte für die allgemeine Hirnleistung als webbasierte Hirntrainings oder Kreuzworträtsel. Auch das Erlernen oder Spielen von Musikinstrumenten steigert die Hirnleistung. Tanzen, Jaques-Dalcroze-Rhythmik, Gleichgewichtsübungen oder Tai Chi verbessern nicht nur die körperliche, sondern auch die kognitive Leistungsfähigkeit.

 

Optimal ist die Kombination von Proteinen mit Bewegung. Proteine stecken sowohl in tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch und Milchprodukten als auch in pflanzlichen Lebensmitteln wie Soja, Nüssen und Hülsenfrüchten. Besonders proteindicht sind Proteinpulver-Produkte wie Moltein.

 

Das Älterwerden sieht man am besten als Lebenskunst an. Gelingendes Altern ist auch mit eingeschränkter Gesundheit und Krankheit möglich, wenn man lernt, damit umzugehen und das Leben trotzdem als sinnvoll und lebenswert erfahren wird.

 

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Aus der Forschung: Gefässwandeinrisse und Sport

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. med. Stefan T. Engelter, Chefarzt Rehabilitation

Im Zusammengang mit sportlicher Betätigung wird immer wieder vom Auftreten von Dissektionen – d.h. Einrissen in die Gefässwand - hirnversorgender Arterien berichtet. Diese Einrisse können zu Schlaganfällen vor allem bei Menschen unter 50 Jahren führen; bei Älteren kommt dies aber auch  vor und wird dann meist unterschätzt. Ist Sport also für manche Menschen zu gefährlich? In Zusammenarbeit mit einer internationalen Expertengruppe analysierten Experten der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER und des Universitätsspitals Basel die bestehende Datenlage zu dieser Fragestellung und liessen dabei eigene Erfahrungen einfliessen: Ein direkter ursächlicher Zusammenhang zwischen Sport und Dissektion ist sehr selten und selbst Patienten, die eine Dissektion erlitten haben, können  - und sollen - sich in der Regel nach einer Karenzzeit wieder sportlich betätigen; allein von gewissen Kampfsportarten und Gewichtheben ist bei diesen Menschen abzuraten. Die Forschungsergebnisse wurden jetzt in Frontiers In Neurology publiziert.

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SomPsyNet – eine Chance für betagte Patientinnen und Patienten

23. November um 10:24 · · Gabriele Bales, Pflegeexpertin als APN

Von Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen, die stationär wegen körperlichen Leiden behandelt werden, haben viele zusätzlich psychosoziale Belastungen oder psychische Erkrankungen. Für ältere Menschen, die oft mehrere Erkrankungen gleichzeitig aufweisen, sind seelische Leiden oder belastende Lebensumstände ein zusätzliches Risiko auf dem Weg der Genesung. Deshalb ist es gerade für betagte Erkrankte wichtig, dass psychosoziale Belastungen im Spital erkannt werden und gegebenenfalls zusätzlich zur somatischen Behandlung unterstützende Massnahmen auch nach dem Spitalaufenthalt angeboten werden. Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) ist aus diesem Grund im Projekt SomPsyNet engagiert.

 

Im SomPsyNet-Projekt werden in der UAFP akutstationär behandelte Patientinnen und Patienten mittels eines standardisierten Fragebogens zu ihren Lebensumständen und zu möglichen psychischen Belastungssituationen befragt. Zusätzlich zum interprofessionellen Behandlungsansatz des Spitals, der Medizin, Therapie und Pflege umfasst, wird damit die psychische Gesundheit der Erkrankten mit einbezogen. Idealerweise gelingt es so, frühzeitig geeignete Interventionen zu ermitteln, die Patientinnen und Patienten, aber auch ihre Angehörigen, entlasten können. Über das Projekt SomPsyNet ist die UAFP zudem in ein Netzwerk eingebunden, das eine sektorenübergreifende Versorgung zwischen stationärer und ambulanter Medizin ermöglicht. Gerade für Betagte, deren Lebensumstände sich nach einem Spitalaufenthalt einschneidend ändern können, können auf diese Weise individuelle Lösungen geschaffen werden, die die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen.

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Begleitet von Gesundheitsprofis

23. November um 10:24 · · Meta Zweifel

Der alte Mensch und Gesundheitsprofis: Da befinden wir uns auf dem berühmten, von mancherlei Unebenheiten durchsetzten weiten Feld. Die Spielarten der Begegnungen ändern sich, je nachdem, ob Sie als «Oldie» mit Ihrem Physiotherapeuten, einer Pflegefachfrau, Ihrer Hausärztin oder einem Chefarzt in Kontakt sind – weitere Konstellationen bitte ergänzen. Eine Leitlinie jedoch ist zielführend – und wird oft zu wenig beachtet. Es geht um respektvolle Wahrnehmung des alten Patienten, der vom Alter gebeugten Patientin.

 

In einem afrikanischen Stamm soll sich die Begrüssung nicht auf den Tageslauf beziehen. Die Grussformel lautet «Ich sehe dich». Ich sehe dich, ich nehme dich wahr. Dieser vielleicht kurze Moment ist wichtig und kann unter Umständen Auswirkungen haben auf eine Diagnose, auf einen Heilungsprozess.

 

Die gute Kommunikation zwischen alten Menschen und dem Gesundheitsprofi beginnt nicht selten bei der Akustik. Die freundliche Frage «spreche ich laut genug, können Sie mich gut verstehen?» kann klärend und erleichternd wirken. Der alte Mensch konnte beispielsweise mit dem norddeutschen Sprachtempo und der eher verhaltenen Lautstärke nicht klarkommen. Alter Mensch, was nun? Er fragt nicht nach, weil er nicht als senile, begriffsstutzige Dumpfbacke gesehen werden möchte.

 

Ein ebenfalls nicht unwichtiges Thema heisst «Motivation». Sagt ein Spitalarzt zur alten Patientin: «Sie gehen immer einen Schritt voran und dann wieder zwei Schritte rückwärts» ist diese Formulierung nicht nur von Motivation weit entfernt, sondern erzeugt ein Schuldgefühl: «Was mache ich bloss falsch, dass ärztliches Bemühen derart erfolglos bleibt?». Der im nächsten Jahrzehnt alt werdende Mensch hat hoffentlich ein stabileres Selbstverständnis – viele heute «Alte» haben ein autoritätshöriges Bedürfnis, alles «recht» zu machen.

 

Es dürfte Pflegeprofis auf verschiedenen Ebenen der beruflichen Ethik nicht zuwiderlaufen, wenn sie den alten Menschen stärker motivieren als demoralisieren. «Die nächsten Schritte, die Sie und ich gemeinsam gehen, sind ……..» Das hat nichts mit Beschönigung oder einem Mangel an beruflicher Redlichkeit zu tun. Es ginge um ein gemeinsames Projekt. Psychologische Trickserei? Nein, eher um ein verantwortungsbewusstes «Ich sehe Dich»-Signal – mit Heilungspotenzial.

 

«Ich kann verstehen, dass es Sie Kraft kostet, geduldig zu sein», sagte ein junger Pflegefachmann zu einer alten Patientin. «Wissen Sie, alle Heilungsprozesse brauchen ziemlich viel Zeit, wenn der Mensch die 60 hinter sich gelassen hat». Dieser junge Mann scheint beruflich gut unterwegs zu sein.

 

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Meta Zweifel, Jahrgang 1933, schreibt als freie Journalistin für verschiedene Gesundheitsmagazine. Die ehemalige DRS-Moderatorin und Chefredaktorin der Fachzeitschrift Drogistenstern ist unter anderem Mitglied im Seniorenrat Münchenstein und moderiert regelmässig die Veranstaltungsreihe ALTERNATIVEN in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER. In lockerer Folge widmet sie sich im FELIX PLATTER-Blog Gesundheitsfragen im Alter.    

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Kunsttherapie zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte

23. November um 10:24 · · Dina Garcia Rosas, Kunsttherapeutin

Kunsttherapie ist mehr als Malen, viel mehr. Durch den freien Umgang mit unterschiedlichen Materialien und Farben werden auf eine schöpferische Art und Weise Emotionen zum Ausdruck gebracht, für die oft keine Worte gefunden werden. Die kreative Aufarbeitung einer Krise oder einer Erkrankung fördert die Selbstheilungskräfte und reduziert Ängste und Depressionen. Stress und Spannungen werden abgebaut, die Kommunikation gefördert. Im Laufe einer Therapie kann dies Veränderungsprozesse in Gang bringen, so dass die Patientinnen und Patienten sich neue Lebensziele und –perspektiven erarbeiten. 

 

Die Kunsttherapie kann auch Menschen mit Demenz ein Stück Lebensqualität zurückgeben. Sie kommen beim Malen zur Ruhe, die Freude an Farben wird aktiviert und es werden Erinnerungen an bestimmte Lebensereignisse geweckt. 

 

Kunsttherapie besitzt die Kraft, das Selbstwertgefühl zu verbessern und ein Gefühl für Selbstwirksamkeit zu entwickeln. 

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Systematisches Erkennen von Delirien

23. November um 10:24 · · Wolfgang Hasemann, Leiter Basler Demenz-Delir-Programm und Advanced Practice Nurse DelirUnit, Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER

Neben dem europäischen, englischsprachigen Delir-Netzwerk, der European Delirium Association mit Sitz in Bielefeld, gibt es ein deutschsprachiges Delir Netzwerk, welches sich aus Vertretern verschiedener Berufsgruppen und Fachdisziplinen aus Deutschland und der Schweiz zusammensetzt. Die Sektion Delir-Detektion des Delir-Netzwerks befasst sich schwerpunktmässig mit der Erkennung von Delirien. Damit sind plötzliche, innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen entstehende Veränderungen des Denkens und Handeln gemeint. Zugrunde liegt in der Regel eine körperliche Erkrankung wie eine Blasenentzündung, welche in den meisten Fällen ursächlich behandelbar ist. Ist die Ursache behandelt, bildet sich auch das Delir zurück. Für nichtspezialisierte medizinische Berufsgruppen ist die Erkennung von Delirien bis zum heutigen Tag nicht immer einfach, weil insbesondere die stillen, sogenannten hypoaktiven Delirien gerne mit majoren neurokognitive Störungen (Demenzen) verwechselt werden können. Um die Delirerkennung zu erleichtern, wurden über die Jahre für unterschiedliche Settings verschiedene Delirerkennungs-Tools entwickelt. 

 

Unter der Leitung von Dr. Wolfgang Hasemann, Basler Demenz-Delir-Programm FELIX PLATTER, entstand ein Übersichtsartikel mit den im deutschsprachigen Raum verbreiteten Delirerkennungs-Tools. Nicht jedes Tool ist für jedes Setting gleich gut geeignet. So gibt es Skalen, welche speziell für Intensivstationen konzipiert wurden, z.B. die ICDSC (Intensiv Care Delirium Screening Checklist, andere sind wiederum besser in der Langzeitpflege anwendbar, wie das I-AGeD (Informant Assessment of Geriatric Delirium). In der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER werden beispielsweise die mCAM-ED (modified Confusion Assessment for the Emergency Department) und die DOS (Delirium Observation Screening Scale) verwendet. Der Übersichtsartikel kann unter folgender Adresse bezogen werden: https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-1721-8276 

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Klinische Aromatherapie: Wie ätherische Öle in der Alterspsychiatrie unterstützen können

23. November um 10:24 · · PD Dr. phil. Oliver Mauthner, Leiter Pflege & Therapien

Die Heilwirkung ätherischer Öle ist seit mehreren tausend Jahren bekannt. In der Neuzeit ist die Wertschätzung für die Verwendung von Aromen im Genesungsprozess dagegen ein Stück weit verloren gegangen. Studien zeigen jedoch, dass sich ätherische Öle auch und gerade heute im klinischen Kontext erfolgreich einsetzen lassen. In der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER wurde untersucht, welche Wirkung ätherische Öle in der Therapie haben können. Insbesondere für kognitiv stark eingeschränkte Patientinnen und Patienten, die oft nur schwer erreicht werden können, kann der Einsatz von Aromen eine Brücke zur Kommunikation bauen. Über das Geruchssystem werden Emotionen, geistiger Antrieb und Erinnerungen angesprochen. Zum Einsatz kamen ätherische Ölmischungen, die als Aroma mittels Diffuser oder Tupfer in die Umgebungsluft gegeben oder die topisch mittels Massagen und Wickeln angewendet wurden. Beobachtet werden konnte, dass Patientinnen und Patienten:

 

  • deutlich weniger Anzeichen von Angst, 
  • wesentlich weniger Aggressivität,
  • in einigen Fällen weniger Depression und Apathie und 
  • in den meisten Fällen weniger psychische Symptome wie Verhaltensstörungen zeigen.

 

Vor allem über die therapeutische Handmassage, die nach sieben klar definierten Schritten erfolgt, konnten Therapie- und Pflegepersonen positiven Kontakt zu den Betroffenen herstellen, was sich nachhaltig positiv auf die Beziehung zwischen den Betroffenen und seinem Umfeld auswirkte. Die in der UAFP durchgeführten wissenschaftlichen Studien zur klinischen Aromatherapie haben so positive Ergebnisse gezeigt, dass diese Therapieform heute fester Bestandteil vor allem in der alterspsychiatrischen Behandlung ist und von Pflegenden, Therapiefachleuten und Ärzten gleichermassen als therapeutisches Instrument geschätzt wird. 

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Wie "gesund" kann das Alter sein?

23. November um 10:24 · · Meta Zweifel

Vor etwa 140 Jahren war eine von Versen begleitete Bildfolge sehr populär. Sie zeigte die verschiedenen Lebensstufen und stellte hier ultimativ fest: "70 Jahr ein Greis". Dass heute der saloppe Spruch "70 ist das neue 50" im Umlauf sein kann, ist dem enormen medizinischen Fortschritt und veränderten Lebensbedingungen zu verdanken. Heisst dies nun, dass wir alle die Chance haben, bis ins hohe Alter frisch, fit, fröhlich und formstabil zu bleiben? Heftig widersprechen werden all jene Seniorinnen und Senioren, denen die Erfahrung deutlich gemacht hat, dass die Lebensqualität ein unsicheres Terrain ist. 

 

Ein Sturz, Gangunsicherheit oder etwa auch Beschwerden im Magen-Darm-Bereich – und schon ist unser persönlicher Fahrplan ausser Kurs. Bemerkungen wie "Ach weisst du, das geht allen so" oder "Das ist nun mal das Alter" bieten weder Trost noch Hilfe, sondern stossen im Gegenteil sauer auf. Besonders mies ist die Stimmungslage, wenn man sich mit AltersgenossInnen vergleicht, denen Fitness förmlich aus allen Poren zu lachen scheint.

    

Was verstehen Sie unter Gesundheit?

Gesundheit ist ein hohes Gut, da sind wir uns wohl einig.  Im Alter stellen sich Fragen:

"Was bedeutet Gesundheit für mich ganz persönlich? Mit welchen Einschränkungen kann ich mich gut oder ziemlich gut arrangieren und was empfinde ich als Kränkung, als Minderung meiner Selbständigkeit, als lähmende Ermüdung und Energieverlust? Wo stehe ich, wo will oder kann ich noch hin?"

 

Die Klassifizierung "70 Jahr ein Greis" ist zwar von einer dicken Staubschicht bedeckt, sondert aber manchmal ein unangenehmes Gerüchlein ab. Unter anderem dann, wenn sich ein Arzt oder eine Ärztin bei der Behandlung eines alten Menschen zu sehr von medizinischen Normen oder von Statistiken leiten lassen und die Einzelpersönlichkeit etwas aus dem Blick verlieren.  

 

Alter als Prozess

Der Psychologie-Professorin Pasqualina Perrig-Chiello verdanken wir die Feststellung, das Alter sei kein normierter Zustand, sondern ein Prozess mit unterschiedlichen Verläufen. 

Dass "Gesundheit" für jeden alten Menschen eine andere, sehr individuelle Bedeutung haben kann, wissen glücklicherweise die Fachpersonen, die im Bereich Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER tätig sind. Vor Jahrzehnten lachte eine Gruppe von Hausärzten spöttisch, als ihnen der aus England stammende Referent den Rat gab, sich an guten Tierärzten ein Beispiel zu nehmen. Dass es nicht um einen billigen Gag ging, begriffen sie, als der Referent ausführte: "Der Tierarzt beobachtet die Beschaffenheit des Fells, die Haltung der Ohren, den Blick und andere Befindlichkeiten des Tieres. Sie als Humanmediziner sind oft schon nach sehr kurzer Zeit überzeugt, eine Diagnose stellen zu können."

 

Dieser Vergleich ist diskussionsdürftig, ermöglicht jedoch einen Gedankensprung. Zum Dank an eine Altersmedizin, die weiss, dass Empathie und Respekt wichtige Behandlungselemente sind, und dass jeder alte Mensch nicht als "Fall", sondern als Individuum wahrgenommen werden möchte.

 

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Meta Zweifel, Jahrgang 1933, schreibt als freie Journalistin für verschiedene Gesundheitsmagazine. Die ehemalige DRS-Moderatorin und Chefredaktorin der Fachzeitschrift Drogistenstern ist unter anderem Mitglied im Seniorenrat Münchenstein und moderiert regelmässig die Veranstaltungsreihe ALTERNATIVEN in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER. In lockerer Folge widmet sie sich im FELIX PLATTER-Blog Gesundheitsfragen im Alter.    

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Mobilitätsprobleme im Alter: Wie Ganganalysen helfen können

23. November um 10:24 · · Dr. med. Stephanie Bridenbaugh, Abteilungsleiterin Basel Mobility Center

Das Basel Mobility Center in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER   dient der Erkennung und Messung von Mobilitätsproblemen im Alter und bietet eine ambulante Abklärung von Gang- und dynamischen Gleichgewichtsstörungen sowie Messungen von Funktionalität im Alltag an. Der Schwerpunkt liegt bei der Früherkennung von Mobilitätsproblemen. Die Früherkennung ermöglicht den Einsatz von präventiven Massnahmen mit dem Ziel, im Alter so lange wie möglich mobil und funktionell unabhängig zu bleiben. 

 

Das Basel Mobility Center beschäftigt sich sowohl mit der klinischen Routine mit Patientinnen und Patienten als auch mit der klinischen Forschung mit Studienteilnehmenden. Diese Gebiete sind nicht getrennt, sondern ineinandergeflochten. Die aus der Forschung gewonnen Erkenntnisse fliessen in die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten ein. 

 

Ganganalyse

Mit der Hilfe der elektronischen Ganganalyse (GAITRite®) werden die räumlich-zeitlichen Parameter des dynamischen Ganges quantifiziert. Durch die Messungen können diskrete Gangstörungen erfasst werden, die mit dem blossen Auge (noch) nicht sichtbar sind. Die Spezialität des Basel Mobility Centers ist die Untersuchung der neuromotorischen Kontrolle des Gehens mittels Messungen unter Doppelbedingungen („Dual Task“), d.h. Gehen und gleichzeitig eine zweite Aufgabe durchführen. Bestimmte Veränderungen des Ganges sind mit einer Sturzgefahr und/oder mit Hirnleistungsstörungen verbunden (die Ganganalyse ist auch ein Teil der medizinischen Untersuchung an der Memory Clinic). Mit den Resultaten werden Empfehlungen für Therapiepläne zum Erhalt oder Verbesserung der individuellen Funktionalität und Mobilität sowie Gangsicherheit erarbeitet. 

 

Gang, Kognition und Stürze

Beeinträchtigungen der Kognition und der Mobilität kommen mit steigendem Alter immer häufiger vor. Im Vergleich zu gesunden älteren Erwachsenen haben diejenigen mit Gang oder kognitiven Störungen höhere Raten von Morbidität und Mortalität und größere Abnahmen der körperlichen Funktionalität. Ältere Erwachsene mit Gangdefiziten haben ein erhöhtes Risiko, kognitive Defizite oder sogar eine Demenz zu entwickeln. Kognitive Defizite wiederum sind mit einer Verschlechterung des Gehens assoziiert. In den letzten Jahren haben zahlreiche Studien gezeigt, dass Gehen und Kognition assoziiert sind. Störungen der Kognition und der Motorik sollen nicht als unweigerliche Folgen des Alterns angesehen und akzeptieren werden, sondern einen Anreiz sein, nach zugrundeliegende Ursachen zu suchen.

 

Einige schnelle Screening-Tests können in der Hausarztpraxis durchgeführt werden, um Mobilitätsprobleme zu erfassen. Falls diese pathologisch ausfallen, sollten genauere Ganguntersuchungen veranlasst werden. Bei Untersuchungen des Ganges sind Dual-Task Paradigmen (Gehen und gleichzeitig eine andere Aufgabe ausführen) besonders aussagekräftig in der Früherkennung von Mobilitäts-und auch Hirnleistungsdefiziten. Die Früherkennung erlaubt eine frühzeitige Implementierung von gezielten Interventionen, um die Gangsicherheit und möglicherweise auch gewisse Hirnleistungen zu verbessern.

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Warum das Essen im Spital so wichtig ist

23. November um 10:24 · · Dr. clin. nutr. Caroline Kiss, Fachexpertin Klinische Ernährung, Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER

Krank und im Spital – dann sollen wenigstens die Mahlzeiten einen kleinen Genussmoment bieten. Deshalb bereitet das Küchenteam der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER alle Menüs frisch vor Ort zu. Doch Zmorge, Zmittag und Znacht haben in der Altersmedizin einen viel grösseren Stellenwert, als nur den Hunger zu stillen. Im Alter lässt der Appetit nach, das Sättigungsgefühl setzt früher ein und hält länger an. Gleichzeitig lassen auch Geschmacks- und Geruchssinn nach, was dazu führen kann, dass weniger und unausgewogener gegessen wird. Oft leiden Betagte deshalb neben der Krankheit, die den Spitaleintritt nötig gemacht hat, zusätzlich an Mangelernährung oder einem Abbau der Muskelmasse, was mit einem Verlust von Kraft und Mobilität einhergeht. Teil der Behandlung ist aus diesem Grund immer auch ein Screening, das Ernährungsprobleme rasch identifiziert. Ein gut ernährter Körper erholt sich rascher und nachhaltiger, deshalb startet die Ernährungstherapie bereits mit der ersten Mahlzeit. Die Menülinie Compact ist energie- und proteinverdichtet, das heisst bei kleinerem Volumen gleich viel Energie und Protein wie eine normale Portion. Zur Behandlung gehören auch die individuelle Physio- und Ernährungstherapie und ein molkenbasierter Drink mit Leucin, welcher den Muskelaufbau ankurbelt und der im Café Noir auch von Privatpersonen gekauft werden kann.

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Sicher gehen, sicher stehen – auch im höchsten Alter

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. med. Reto W. Kressig, Ärztlicher Direktor

Gehen – das ist keine Selbstverständlichkeit, auch wenn es den meisten so vorkommen mag. Gehen muss erlernt und nach gesundheitlichen Einschränkungen unter Umständen auch wiedererlernt werden. Im Alter können verschiedene Beschwerden dazu führen, dass der Gang unsicherer wird, so z.B. wenn die Hör- oder Sehkraft nachlässt, die Muskelkraft sich verringert oder Hirnleistungsstörungen auftreten. Auch Demenz kann zu einem erhöhten Sturzrisiko führen, dies sogar, wenn noch gar keine Erkrankung diagnostiziert wurde und die Demenz entsprechend noch gar nicht klar ersichtlich ist. Es lohnt sich daher, Stürze im Alter abklären zu lassen, um deren genaue Ursache zu finden. 

 

Viele Faktoren tragen zu einem sicheren Gang bei. Das A und O ist regelmässige Bewegung, um sowohl die Kraft als auch das Gleichgewicht zu trainieren. Zwei Bewegungsarten eignen sich besonders gut und reduzieren das Sturzrisiko um bis zu 50 Prozent: Die Rhythmik nach Jaques Dalcroze und Tai Chi. Doch auch einfache Gleichgewichtsübungen helfen, sich sicherer zu bewegen. Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER hat zahlreiche geeignete Übungen zusammengestellt, die man gut zu Hause ausüben kann. Hier kann der Flyer heruntergeladen werden.

 

Mit ein paar Tricks kann man seine Muskelkraft zusätzlich stärken und Stürzen vorbeugen. Zwei davon betreffen die Ernährung: Proteine sind für den Muskelaufbau wichtige und schnelle Energielieferanten, deren Aufnahme am besten mit dem Training verbunden wird. Molkenprotein erweist sich dank sehr schneller Verarbeitung im Körper als besonders gut geeignet. Auch Vitamin D leistet einen wertvollen Beitrag, um das Sturzrisiko zu vermindern. Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium, stärkt die Knochen und unterstützt den Muskelaufbau. Die empfohlene Vitamin D3-Dosis pro Monat liegt bei über 60-Jährigen bei 24’000 IU (800 IU/Tag).

 

Ausserdem kommt es auf die richtige Schuhwahl an. Eine dünne und gleichzeitig feste Sohle ohne Absatz, ein verlängerter Schaft, der über dem Knöchel liegt und ein gut haltender Verschluss sorgen für einen sicheren Gang.

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Ruhiges Umfeld entscheidend für Delirbehandlung

23. November um 10:24 · · Dr. med. Isabella Glaser, Leitende Ärztin, DelirUnit, Dr. phil. Wolfgang Hasemann, Leiter Basler Demenz-Delir-Programm

Je weniger ein Mensch krankheitsbedingten Stress bewältigen kann (verminderte Resilienz), desto wahrscheinlicher wird es, dass das Gehirn im Rahmen einer akuten Erkrankung (Blaseninfekt oder Schenkelhalsfraktur) mit einem Delir (akuter Verwirrtheitszustand) reagiert. Der Zustand ist vorübergehend und ebbt mit der Gesundung wieder ab. Während eines Delirs können Betroffene ihre Umwelt häufig nicht mehr verstehen und fürchten sich vor den geistigen Veränderungen, die sie teilweise selbst wahrnehmen. Ein Delir ist ein Ausnahmezustand, der als traumatisch erlebt werden kann. Betroffene profitieren entscheidend von einer rasch eingeleiteten spezialisierten Behandlung, wie sie die DelirUnit der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) bietet. Hier wird neben der ursächlichen Behandlung des Delir-Auslösers besonderer Wert auf eine ruhige und entspannende Atmosphäre, die sämtliche Stressfaktoren minimiert, gelegt. Die gemeinsame Einnahme individuell angepasster Mahlzeiten im Aufenthaltsraum, angemessene Bewegung sowie orientierende und empathische Kommunikation stehen im Zentrum der Behandlung. Dadurch gelingt es, die Anwendung von Beruhigungsmitteln zu minimieren.

 

Weil Menschen mit Delir häufiger stürzen und sich dabei verletzen können, bedarf es einer engmaschigen Überwachung. Doch auch kognitiv stark eingeschränkte Personen haben ein klares Empfinden für Privatsphäre und Distanz. Die Anwesenheit etwa einer Sitzwache kann als störend empfunden werden und dadurch Stress auslösen, was eine erfolgreiche Delirbehandlung erschwert. Technische Hilfsmittel wie das Radarsystem QUMEA, das die UAFP seit einiger Zeit erfolgreich im Einsatz hat, können dieses Problem lösen, denn sie fügen sich unauffällig in die Raumumgebung ein. QUMEA informiert die Pflege unauffällig, wenn ein sturzgefährdeter Patient ohne die Patientenglocke zu bedienen das Bett verlassen möchte. Sturzverletzungen können somit verhindert werden, ohne dass der Patient in seiner Bewegungsabsicht eingeschränkt werden muss.

 

Die DelirUnit wurde darüber hinaus auch baulich so konzipiert, dass Stress möglichst vermieden wird: Grosszügige Innen- und Aussenräume lassen einen hohen Bewegungsdrang zu, schützende Massnahmen wie verschlossene Türen sind so diskret wie möglich gestaltet. QUMEA-Warnungen werden auf die Mobiltelefone der Pflegepersonen übertragen. Dies trägt zur Reduktion störender akustischer Alarme bei und fördert eine ruhige Umgebung. Bodenbetten und weitere bauliche Vorkehrungen minimieren Verletzungsrisiken, selbst wenn eine Person unbeobachtet das Bett verlässt. Entscheidend ist darüber hinaus, dass die Mitarbeitenden der DelirUnit mit grosser Ruhe und Empathie für Patientinnen und Patienten da sind und damit ein Ambiente schaffen, das so angenehm und vertrauensbildend wie möglich ist und damit eine nachhaltig erfolgreiche Delirbehandlung fördert.

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Wie sich die UAFP gegen Lebensmittelverschwendung engagiert

23. November um 10:24 · · Christian Adam, Küchenchef und Leiter Gastronomie, Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sind im täglichen Küchenbetrieb der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) schon lange verankert. Nun geht die Küche des Akutspitals, die täglich rund 1'200 Mahlzeiten für Patient/-innen, Mitarbeitende und Gäste zubereitet, noch einen Schritt weiter und sagt der Lebensmittelverschwendung, oft auch «Foodwaste» genannt, den Kampf an. In einem Pilotprojekt gemeinsam mit GastronomieZukunftBasel sollen Lebensmittelabfälle deutlich reduziert werden. 

 

In einem ersten Schritt wurden über vier Wochen hinweg Lebensmittelabfälle systematisch erfasst, wobei sich zeigte, dass bei den Mahlzeiten der Patient/-innen der grösste Teil von nicht verzehrten Lebensmitteln anfällt. Gemeinsam mit den Projektpartnern wurde ein Massnahmenplan erarbeitet, der sich zum Teil bereits in der Umsetzung befindet. Massnahmen, die rasch getroffen werden konnten, sind beispielsweise die Reduktion der Schöpfmengen. Auch Rezepturen wurden angepasst, so dass die Portionen bedarfsgerechter ausfallen. Eine weitere Messung im nächsten Jahr wird Aufschluss darüber geben, wie erfolgreich Foodwaste reduziert werden konnte. 

 

Die Initiative zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen reiht sich ein in zahlreiche Massnahmen für ein nachhaltigeres Spital. So werden Lebensmittelabfälle nicht einfach weggeworfen, sondern gesammelt und zu Biogas verarbeitet. Die Küche arbeitet mit modernsten Zubereitungsgeräten, die schneller aufheizen und nutzt zum Abspülen einen Geschirrbandautomaten mit Wärmerückgewinnung. Weitere Beispiele für mehr Nachhaltigkeit in der Gastronomie der UAFP finden Sie hier. 

 

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Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) nimmt am Pilot-Projekt «GastronomieZukunft Basel» teil. Dieses hat das Ziel, den Betrieb und die Lieferkette von Spitälern, Alters- und Pflegezentren und Kita-Catering-Unternehmen nachhaltig und effektiv zu gestalten. GastronomieZukunftBasel wird in Zusammenarbeit mit der Christoph Merian Stiftung und dem Kanton Basel-Stadt durchgeführt und durch Foodways (im Lead), Beelong und Gsünder Basel umgesetzt. 

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UAFP ist neu Mitglied bei SW!SS REHA

23. November um 10:24 · · Birgit Hall, Leiterin Qualitäts- und Risikomanagement

Die stationäre geriatrische Rehabilitation der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER ist durch SW!SS REHA zertifiziert worden. Damit ist die UAFP die erste universitäre Klinik, die Mitglied im Verband SW!SS REHA ist.

 

Verbandsmitglied bei SW!SS REHA werden nur jene Kliniken, welche strenge Qualitäts- und Leistungskriterien erfüllen. Dies wird alle drei Jahre durch unabhängige externe Experten geprüft.

 

Alle Mitglieder, so auch die UAFP, stellen das Wohl der Patientinnen und Patienten in den Fokus: Sie erhalten eine effiziente und zielorientierte Betreuung nach modernsten Behandlungsmethoden und Qualitätsstandards. Die hohe medizinische Qualität wird gewährleitstet durch die permanente Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden, kontinuierliche Verbesserung der Prozesse und den permanenten Einbezug aktueller Forschungsergebnisse.

 

Die geriatrische Rehabilitation stellt die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen in den Mittelpunkt. Auf unserer Webseite finden Sie weitere Informationen zur geriatrischen Rehabilitation.

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Vom richtigen Wort zur rechten Zeit

23. November um 10:24 · · Meta Zweifel

In der Praxis eines Augenarztes, die Diagnose des Fachmanns: Makuladegeneration. Der Spezialist erklärt, was es mit dieser weitgehend altersbedingten Augenerkrankung auf sich hat. Die Patientin, 75,  ringt um Fassung. Wird sie eine ehrenamtliche Tätigkeit, die für sie eine Art Lebensmotor darstellt, trotz schwindender Sehkraft weiterhin  ausüben können? Mit sonnigem Lächeln meint der Arzt: "Ach ja, geniessen Sie  doch einfach noch Ihr Leben. Es ist schon möglich, dass Ihnen die Lesefähigkeit  abhanden kommt." Der Mann meint es gewiss nicht "bös",  die Frau jedoch hat das Gefühl, von einem emotionalen Hammerschlag getroffen worden zu sein – obwohl ihr klar ist, dass Makuladegeneration für  den Facharzt kein Ereignis bedeutet, sondern zur medizinischen Alltäglichkeit gehört. 

 

Hat denn ein Arzt nicht die Pflicht, die Fakten klar darzulegen und keine falschen Hoffnungen aufkommen zu lassen?  Gewiss,  und als Patient darf man auch nicht erwarten, dass der medizinische Fachmann oder die Fachfrau mit jenem überirdischen Einfühlungsvermögen begnadet sind, wie es in Berg-und Tal-Doktor-Serien zelebriert wird. Falls es aber wahr ist, dass  sich die Wirkung eines Medikaments positiv erhöht, wenn es vom Apotheker oder der Apothekerin freundlich oder gar mit einem aufmunternden Wort über die Theke gereicht wird: Wieviel intensiver noch kann das Wort der Arztperson wirken, der man sich anvertraut hat? Insbesondere ein älterer oder alter Mensch mag auf eine beiläufige Bemerkung empfindlicher reagieren als Patienten aus der Liga der Jüngeren. Das Wort des Medizinmannes oder der Medizinfrau: Es hallt bei Seniorinnen und Senioren   länger oder gar sehr lange nach. Es kann den Boden für  Heilung, Gelassenheit oder Akzeptanz vorbereiten – oder aber es lässt das bittere Gefühl aufkommen, man werde nicht ernst genommen und in seiner Individuellen Lebenssituation nicht genügend wahrgenommen. Während einiger Zeit war die "Mündigkeit" des Patienten, der Patientin ein viel diskutiertes Thema. Vielleicht gehört zur Mündigkeit insbesondere der älteren Patientinnen und Patienten auch der Mut, im richtigen Moment der Arztperson ganz ruhig mitzuteilen: "Was Sie da eben gesagt haben, kränkt mich", oder "wie muss ich verstehen, was ich eben gehört habe?"

 

Der Osterreicher Arthur Koestler hatte schon recht, wenn er schrieb: "Worte sind wie Luft. Aber die Luft wird zum Wind." Zum Wind des Vertrauens und der Zuversicht oder aber zum Wind des Trübsinns, des Missverstehens oder der Verunsicherung. Nicht jedes Wort muss auf die berühmte Goldwaage gelegt werden. Die Waage, mit der Empathie gewogen wird, hat jedoch im Umfeld Gesundheitspflege erhebliche Bedeutung.

 

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Meta Zweifel, Jahrgang 1933, schreibt als freie Journalistin für verschiedene Gesundheitsmagazine. Die ehemalige DRS-Moderatorin und Chefredaktorin der Fachzeitschrift Drogistenstern ist unter anderem Mitglied im Seniorenrat Münchenstein und moderiert regelmässig die Veranstaltungsreihe ALTERNATIVEN in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER. In lockerer Folge widmet sie sich im FELIX PLATTER-Blog Gesundheitsfragen im Alter.    

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Wie Algorithmen die Qualität von Herz-CTs verbessern können

23. November um 10:24 · · Dr. med. Andreas M. Fischer, Oberarzt Akute Altersmedizin

In einer prospektiven Studie wurde untersucht, wie sich der Einsatz eines neuartigen Software-Algorithmus auf das individuelle Herzzeitvolumen und somit die «Geschwindigkeit des Blutflusses» auswirkt. Vor der geplanten Herz-CT-Untersuchung konnte sichergestellt werden, dass das CT-Kontrastmittel genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort eintrifft.

 

Erfreulicherweise wirkte sich dies auf die Bildqualität der Herz-CT-Untersuchung aus, welche signifikant verbessert werden konnte. Zeitgleich hatte die in der Studie angewandte Methode das Potential, nierenschädigendes Kontrastmittel einzusparen. Gerade im Hinblick auf die altersmedizinische Bildgebung dürfte jede Reduktion von potenziell nierenschädigendem Kontrastmittel von wesentlichem Vorteil für Patientinnen und Patienten sein. 

 

Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass mit der Einsparung von Kontrastmittel eine Reduktion der «Strahlendosis» (Effektive Dosis in mSv) einhergeht. Dies dürfte vor allem für jüngere zu untersuchende Personen interessant sein.

 

Fischer AM, Decker JA, Schoepf J, Varga-Szemes A, Flohr T, Schmidt B, Gutjahr R, Sahbaee P, Giovagnoli DA, Emrich T, Martinez JD, Lari KB, Bayer RR, Martin SS. Optimization of contrast material administration for coronary CT angiography using a software-based test-bolus evaluation algorithm. Br J Radiol. 2022 Jan 27:20201456. doi: 10.1259/bjr.20201456. Epub ahead of print. PMID: 35084228.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35084228/

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Hitzetage: Cool bleiben!

23. November um 10:24 · · Dr. med. Dieter Breil, Chefarzt Akute Altersmedizin

«36 Grad und es wird noch heisser…»: So beginnt ein bekannter Sommerhit. Hitzetage im Sommer können allerdings nicht alle unbeschwert geniessen, denn gerade für ältere Personen kann Hitze gefährlich werden. Der Energieumsatz ist bei älteren Menschen vermindert, sie tolerieren subjektiv mehr Wärme und haben daher oft eher kalt. Manche sind deshalb «overdressed», sie kleiden sich zu warm und trinken wegen fehlendem Durstgefühl im Alter deutlich zu wenig. Nicht selten wird dieser Flüssigkeitsmangel noch durch wasserlösende Medikamente verstärkt. Die Folgen: Das Herz-Kreislaufsystem wird strapaziert, was bis hin zum Kollaps führen kann. Die Symptome sind vielfältig, es können Kopfschmerzen, Schwäche, Schwindel, Erbrechen, Erschöpfung und Verwirrtheit auftreten.

 

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) haben drei goldene Regeln aufgestellt, mit denen ältere Menschen Hitzetage gut überstehen:

 

  1. Körperliche Anstrengungen meiden
  • Die körperliche Aktivität während der heissesten Tageszeit möglichst beschränken und schattige Orte bevorzugen. Besorgungen frühmorgens machen.
  1. Hitze fernhalten – Körper kühlen
  • Tagsüber Fenster schliessen und die Sonne fernhalten (Vorhänge zuziehen, Fensterläden schliessen)
  • Nachts oder in den frühen Morgenstunden lüften
  • Leichte Kleidung, «coole» Kopfbedeckung
  • Körper kühlen mit Duschen, kalten Tüchern auf Stirn und Nacken, kalten Fuss- und Handbädern

  1. Viel trinken – leicht essen
  • Regelmässig trinken (mind. 1.5 l/Tag), auch ohne Durstgefühl
  • Kalte, erfrischende Speisen: Früchte, Salate, Gemüse, Milchprodukte
  • Auf ausreichende Versorgung mit Salz achten

 

Sollten Sie sich trotz der Vorsichtsmassnahmen erschöpft oder schwach fühlen, rufen Sie Ihren Hausarzt an, trinken Sie viel und kühlen Sie Ihren Körper.

 

Einen schönen Sommer wünschen wir Ihnen!

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Musikspiegel: Wie Musik und Geräusche Menschen mit Demenz helfen können

23. November um 10:24 · · Susie Holzemer, Pflegeexpertin, Alterspsychiatrie

Musik kann Emotionen wecken – dieser wohlbekannte Effekt kann auch in der Arbeit mit kognitiv eingeschränkten älteren Menschen genutzt werden. Vor allem Geräusche und Musik, die an schöne Erlebnisse geknüpft sind, können positive Assoziationen wecken und so die Stimmung heben – ganz besonders bei Menschen mit Gedächtnisschwierigkeiten.

 

Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER hat an einer Studie des Zentrums für Gerontologie und des Forschungsschwerpunktes «Dynamik Gesunden Alterns» der Universität Zürich mitgewirkt, in der die Wirkung von sogenannten Musikspiegeln in der Arbeit mit kognitiv eingeschränkten älteren Menschen untersucht wurde. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Musikspiegel-Methode kann das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz deutlich steigern, sowohl in Alltagssituationen als auch bei herausforderndem Verhalten wie Unruhe, Apathie oder Aggression. Auch die pflegenden Personen profitieren: Ihre Grundstimmung verbesserte sich, während das akute Stressempfinden sank. Darüber hinaus stieg die wahrgenommene Nähe zwischen den Betreuungs- und Pflegepersonen und den an Demenz erkrankten Menschen. Musikspiegel können also in vielfältiger Weise anrühren und positive Wirkung entfalten.

 

Für einen persönlichen Musikspiegel werden positive Erinnerungen von Demenzbetroffenen in deren eigenen Worten festgehalten und mit Geräuschen oder Musik kombiniert, die mit den entsprechenden Lebensepisoden zusammenhängen. In der UAFP wurden Musikspiegel vor allem auf der Alterspsychiatrie eingesetzt und konnten so Brücken zur Erinnerung der von Demenz betroffenen Menschen bauen. Eine im März 2022 stattfindende Fachtagung wird die Aspekte von Musik und Geräuschen in der Arbeit mit Demenzbetroffenen weiter vertiefen.

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Alternde Gesellschaft – mehr Mobilität – mehr Unfälle – Alterstraumazentrum Basel

23. November um 10:24 · · Dr. med. Franz Haller, Leitender Arzt Akute Altersmedizin UAFP/USB und Prof. Dr. med. Norbert Suhm, Leiter Co-Managementteam USB

Weil die Lebenserwartung stetig steigt, sind auch immer mehr Hochbetagte länger fit und mobil. Sie machen Sport, fahren in die Ferien und leben selbstständig zu Hause. Dies führt vermehrt zu Stürzen und Knochenbrüchen, besonders bei Personen, die unter Osteoporose leiden, da das Knochengewebe nicht mehr so dicht ist. Kommt es bei Älteren zu einem Sturz und die betroffene Person hat sich einen Knochenbruch zugezogen, sollte die Behandlung möglichst rasch gestartet und individuell zugeschnitten sein. Wichtig für eine schnelle, unkomplizierte Genesung ist, dass die Patientinnen und Patienten nur kurz bettlägerig bleiben müssen und schnellstmöglich durch Physiotherapie wieder mobilisiert und selbstständig werden. Denn Bettlägerigkeit kann zu Komplikationen und schnellem Muskelabbau führen. Dies wiederum erhöht das Risiko eines erneuten Sturzes. 

 

Im Alterstraumazentrum Basel arbeiten Teams aus der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) und dem Universitätsspital Basel (USB) zusammen, um eine optimale Behandlung jedes einzelnen Patienten/jeder einzelnen Patientin zu gewährleisten. Mitarbeitende aus Physiotherapie, Pflege, Orthopädie, Altersmedizin, Sozialdienst und dem Sekretariat arbeiten Hand in Hand. 

 

Ob eine Operation eines Knochenbruchs notwendig ist und welche Behandlung die Beste ist, hängt von verschiedenen Faktoren und dem individuellen Fall ab. Folgende Abklärungen sind nötig: 

 

  • Orthogeriatrisches Assessment: Klärung des Zustands des Patienten/der Patientin durch Gespräche mit Angehörigen und Betreuer/-innen.
  • Welche Knochen sind gebrochen? Ausser Schenkelhalsbrüche werden Knochenbrüche im Alter heutzutage nicht zwangsläufig operiert.
  • Wieso ist der Patient/die Patientin gestürzt? Welche Symptome hat er/sie? Ist die Ursache für den Sturz gefunden, muss auch sie untersucht und behandelt werden, z.B. eine unentdeckte kognitive Einschränkung oder zu viele oder falsche Medikamente.

 

Während das USB die Erstversorgung des Knochenbruchs übernimmt, erfolgen postoperative Versorgung, Rehabilitation und Vorbereitung auf die Rückkehr ins gewohnte Umfeld in der UAFP. 

 

Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER und das Universitätsspital Basel sind von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) als AltersTraumaZentrum DGU® zertifiziert worden. Das Zertifikat AltersTraumaZentrum DGU® wird an Spitäler im deutschsprachigen Raum vergeben, die ihre besondere Kompetenz in der Versorgung von betagten Patienten nachweisen können, die einen Unfall erlitten haben.

 

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Was leistet Palliative Care in der Altersmedizin?

23. November um 10:24 · · Patrick Jermann, MSc, Pflegeexperte Palliative Care

Der Begriff «Palliative Care» umfasst die Begleitung und die Behandlung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen und/oder chronisch fortschreitenden Krankheiten. Sie soll vorausschauend miteinbezogen werden, ihr Schwerpunkt liegt in der Zeit, in der die Heilung der Krankheit als nicht mehr möglich erachtet wird und kein primäres Ziel mehr darstellt. Es wird angestrebt Patientinnen und Patienten eine ihrer Situation angepasste optimale Lebensqualität bis zum Tode zu gewährleisten und die nahestehenden Bezugspersonen angemessen zu unterstützen. Um dies zu ermöglichen, sollen alle Massnahmen, die das Leiden eines unheilbar kranken Menschen lindern und ihm eine bestmögliche Lebensqualität bis zum Ende verschaffen, eingesetzt werden.

 

Die Begleitung und Behandlung soll interprofessionell, d.h. durch verschiedene Berufsgruppen erfolgen. So kann die Betreuung des Patienten ganzheitlich erfolgen und die körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Dimensionen berücksichtigt werden.

 

Bei der körperlichen Dimension geht es darum, dass alle Symptome systematisch, regelmässig und kontinuierlich erfasst und behandelt werden. Die psychischen Stressfaktoren der Patientin, des Patienten sowie der betreuenden nahestehenden Bezugspersonen werden in der psychischen Dimension systematisch erfasst und behandelt. Die soziale Dimension stellt die Lebenswelt der Patientin bzw. des Patienten in den Vordergrund. Sie orientiert sich an den Bedürfnissen und an den gewohnten Lebens- und Tagesstrukturen des Menschen. Von Bedeutung sind unter anderem die Angehörigen, der Freundeskreis, die Wohnsituation und die finanziellen und sozialversicherungs-rechtlichen Angelegenheiten. Die spirituelle Begleitung leistet einen Beitrag zur Förderung der subjektiven Lebensqualität und zur Wahrung der Personenwürde angesichts von Krankheit, Leiden und Tod. Dazu begleitet sie die Menschen in ihren existenziellen, spirituellen und religiösen Bedürfnissen auf der Suche nach Lebenssinn, Lebensdeutung und Lebensvergewisserung sowie bei der Krisenbewältigung.

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Alzheimer möglichst früh erkennen

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. phil. Andreas U. Monsch, Abteilungsleiter Memory Clinic

Alzheimer ist die wichtigste, weil häufigste Ursache der Demenz, von der weltweit über 50 Millionen Menschen betroffen sind. Anlässlich des heutigen Welt-Alzheimer-Tages fordern Alzheimer Schweiz, Swiss Memory Clinics sowie die Stiftung Synapsis - Alzheimer Forschung Schweiz bessere Rahmenbedingungen für die Prävention, Erforschung und Behandlung von Alzheimer und anderer Demenzformen.

 

Je früher eine Demenz erkannt wird, desto früher ist es möglich, pharmakologische und nichtmedikamentöse Therapien zu starten. Es ist somit wichtig, die allerersten Zeichen für Hirnleistungsstörungen zu finden und diese richtig zu deuten. Die Memory Clinic FELIX PLATTER ist auf diese Frühdiagnostik spezialisiert: Sie führt jedes Jahr bei etwa 1’000 Menschen eine Abklärung durch – mit speziell dafür entwickelten kognitiven Tests und einer medizinisch-neurologischen Untersuchung. Zusätzlich findet ein Kernspintomogramm, ein Scan des Gehirns statt, mit welchem typische Veränderungen der Hirnstruktur gesehen werden können, aber auch andere mögliche Ursachen, wie z.B. ein Tumor, ausgeschlossen werden können.

 

Das Team der Memory Clinic hat das Ziel, eine Demenz zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu diagnostizieren. Zwar gibt es noch keine wirklich befriedigende Therapiemöglichkeit, welche Alzheimer heilen oder stoppen kann, aber es gibt Medikamente, die eine Verzögerung der Verschlechterung erwarten lassen. Zudem sind nicht-medikamentöse Therapieangebote, wie Gedächtnistraining und Angehörigenberatung und –begleitung, nachgewiesenermassen sehr hilfreich. Daher arbeiten die Forschenden in der Memory Clinic stetig daran, die Frühdiagnostik noch weiter zu verbessern. Es werden neue, innovative Tests entwickelt und auch in Form einer computerisierten Anwendung eingesetzt.

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Können Sie gleichzeitig gehen und sich dabei unterhalten?

23. November um 10:24 · · Dr. med. Stephanie Bridenbaugh, Leiterin Basel Mobility Center

Ein gemeinsamer Spaziergang mit guten Gesprächen – für manchen der Inbegriff eines gelungenen Nachmittags. Doch jeder Mensch hat ein bestimmtes Ausmass an Aufmerksamkeitsressourcen, die im Alter abnehmen. Wenn mehr Aufmerksamkeit benötigt wird, um sensorielle Defizite zu kompensieren, steht weniger Aufmerksamkeit für das Gehen zur Verfügung. Betroffene fühlen sich deshalb beim Gehen oft unerklärlich unwohl. Diese Gefühle werden häufig als Schwindel oder Unsicherheit beschrieben. Für Ärzte kann es ein Alarmzeichen sein, wenn jemand nicht mehr gehen und gleichzeitig dabei reden kann. Studien haben gezeigt, dass ein sich verändernder Gang ein Zeichen für eine beginnende kognitive Störung wie Demenz sein kann. Auf dieser wissenschaftlichen Basis gelingt es heute, anhand von Ganganalysen Geh- und Hirnleistungsstörungen sowie ein Sturzrisiko in einer sehr frühen Phase zu erkennen.

 

Unsicherheiten beim Gehen können mit gezielten Bewegungsprogrammen verbessert werden. Sogar bei bereits bestehender Demenz haben rhythmische Bewegungsabläufe einen positiven Einfluss auf die Ganggeschwindigkeit und die Gehsicherheit. Als besonders wirksam haben sich das Tanzen, Tai-Chi oder die Jaques-Dalcroze-Rhythmik erwiesen, die heute in zahlreichen Seniorenkursen angeboten werden. Mit Bewegung lässt sich nicht nur der Gang stabilisieren, sondern auch die geistige Fitness signifikant verbessern.

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Das Gehen sicher und frei trainieren für eine schnellere Rückkehr in den Alltag

23. November um 10:24 · · Robert Grossenbacher, Fachverantwortlicher Physiotherapie

Die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER setzt auch in der Therapie auf moderne Technologien. Mit einem neuen, innovativen Gerät – dem Andago® – können unsere Patientinnen und Patienten einen sicheren Gang unter Alltagsbedingungen, wie z.B. unterschiedliche Bodenbeläge, trainieren. 

 

Mit einem sensorgesteuerten Modus kann dieser mobile Gehrahmen sogar die Gehrichtung und -geschwindigkeit der Patientinnen und Patienten erkennen und ihnen beinahe unauffällig folgen. Die Patientin, der Patient ist zwar durch ein Gurtsystem mit dem Andago® verbunden und gesichert, kann aber dank diesem «Patientenfolge-Modus» praktisch frei umhergehen.  Damit kann ein selbständiges, natürliches und sicheres Gehtraining ermöglicht werden. Losgehen, Anhalten oder Hindernisse überwinden sind nur einige der vielfältigen Situationen, die man mit dem Gerät üben kann. 

 

In der Physiotherapie wird der Andago® sehr geschätzt und ist täglich im Einsatz. Das Besondere ist, dass die Patientinnen und Patienten dank der Sturzsicherung ohne Angst an ihre Grenzen gehen können. Damit wird das Training sehr effizient. Ob in der Rehabilitation nach einem Schlaganfall oder den ersten Schritten nach einer Schenkelhalsfraktur: Den Schwierigkeitsgrad der Therapie kann man individuell an die Patientinnen und Patienten anpassen und sie so fit für den Alltag machen. 

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Muss Alter schmerzhaft sein?

23. November um 10:24 · · Dr. med. Dieter Breil, Chefarzt Akute Altersmedizin

Rund 16 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer leiden an chronischen Schmerzen. Chronische Schmerzen sind der häufigste Grund für Arztbesuche, da sie oft mehrere Monate oder Jahre anhalten und den Körper nicht selten an die Grenze der Kompensationsmöglichkeit bringen. Besonders ab 75 Jahren nimmt die Häufigkeit von chronischen Schmerzen exponentiell zu. Die Schmerzursachen sind unterschiedlich und vielfältig. Meist sind sie Folge von Abnutzungserscheinungen, Entzündungen, Frakturen, Durchblutungsstörungen oder ein Tumor ist der Auslöser.

 

Ziel  der Schmerz-Behandlungen im Alter kann oft nicht primär die vollkommene Heilung sein, vielmehr darf der chronische Schmerz nicht mehr den Alltag dominieren. Wichtig ist daher, dass Betroffene gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt einen realistischen Vorsatz definieren. So können beispielweise der Erhalt von Mobilität und grösstmöglicher Selbständigkeit, Treppensteigen, oder eine längere Schlafdauer das Ziel sein, um noch langfristig am sozialen Leben teilnehmen zu können.

 

Die Therapie chronischer Schmerzen umfasst sowohl Medikamente als auch Physiotherapie und psychologische Therapien, da Bewegung und Entspannung wichtige Erfolgsfaktoren sind. Für die richtige Medikamentenwahl ist entscheidend, den zugrundeliegenden Schmerzmechanismus, die Schmerzstärke als auch die Nebenwirkungen der Medikamente zu beachten. Zudem ist es ratsam, mit einer tiefen Dosierung zu starten und auch nur langsam zu steigern. Dies ist oft wesentlich wirkungsvoller, als direkt mit einer hohen Dosis zu beginnen, begleitet von Nebenwirkungen.

 

In jedem Fall ist eine Therapie chronischer Schmerzen dann erfolgreich, wenn sie individuell auf die betroffene Person abgestimmt ist. Dies setzt eine ganzheitliche Anamnese voraus, die auch nichtmedizinische Aspekte mit einbezieht und einfühlsam durchgeführt wird. Erfahren Sie in diesem Vortrag mehr über das Thema «Muss Alter schmerzhaft sein?»

 

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Wissenschaftliche Erkenntnisse auch in der Innenraumgestaltung

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. Minou Afzali, Institute of Design Research, Hochschule der Künste Bern HKB, Prof. Jimmy Schmid, Institute of Design Research, Hochschule der Künste Bern HKB

Im April 2019 hat die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) ihren Neubau bezogen. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe Health Care Communication Design HCCD der Berner Fachhochschule BFH wurde beauftragt, Empfehlungen zur Optimierung der Innenraumgestaltung vorzuschlagen, um die Orientierung und das Wohlbefinden von Patientinnen und Patienten, deren Angehörigen sowie von Mitarbeitenden zu unterstützen. Die Empfehlungen basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

 

Die Erfahrungen und Bedürfnisse der Mitarbeitenden im Spitalalltag standen am Anfang des Erarbeitungsprozesses. Gemeinsam wurden Themen und Bereiche priorisiert, die anschliessend vom Berner Forschungsteam unter Einbezug aktueller Forschungsliteratur analysiert wurden. Das Spektrum der Untersuchungsthemen umfasste nebst klassischen architektonischen Elementen wie Raumaufteilung, Bodenbeschaffenheit, Wänden und Decken insbesondere auch jene Bereiche, die sich begünstigend auf den Genesungsprozess auswirken: natürliches und künstliches Licht, akustische Umgebung sowie Naturbezug. In Bezug auf das architektonische Layout wurde auch die Wegeführung und deren Einfluss auf verbesserte Orientierung (Informationsarchitektur und Informationsdesign) und damit zusammenhängend die Verminderung von Stress untersucht. Die Empfehlungen wurden in einem zweiten Workshop mit den Spitalmitarbeitenden vertieft. Die Analyse und Schlussfolgerungen wurden anschliessend auch mit der Geschäftsleitung diskutiert, so dass ein breit abgestützter Konsens zur Umsetzung der Innenraumgestaltung enststand.

 

In einem zweiten Schritt entwickelte die Arbeitsgruppe HCCD unter Einbezug unterschiedlicher Nutzergruppen und in Kollaboration mit der Farbdesignerin Alexa Blum ein Gesamtkonzept, das sowohl die Atmosphäre der Räume für Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende und Besuchende verbessert als auch deren Orientierung unterstützt.

 

Sowohl die Orientierung im Gebäude als auch das Bild- und Farbkonzept werden aktuell in der UAFP weiter ausgearbeitet. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, werden weitere Fokusgruppeninterviews die Wirkung aller gestalterischen Arbeiten überprüfen und insbesondere zeigen, inwieweit diese zur Orientierung und zum Wohlbefinden aller Menschen beitragen, die sich in der UAFP aufhalten.

Signaletik: Reduktion der Informationen (vorher – nachher)

Signaletik: Reduktion der Informationen (vorher – nachher)

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Entwurf Stationen: Zusammenspiel Farb- und Bildkonzept

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Mein Herz ist schwach

23. November um 10:24 · · Dr. med. Gaudenz Tschurr

„Das Herz ist schwach.“ Was bedeutet eine solche Diagnose und wie äussert sich eine Herzschwäche? Eine Herzschwäche heisst, dass das Herz nicht in der Lage ist, den Körper ausreichend mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Die Prävalenz für eine Herzinsuffizienz steigt mit dem Alter, fast 10% der über 80-Jährigen leiden darunter; zudem sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Die häufigsten Ursachen sind ein hoher Blutdruck oder ein Herzinfarkt. Unbehandelt kann dies langfristig zu einer schweren Schädigung des Herzens führen. 

 

Je nach Stadium der Krankheit sind die Beschwerden unterschiedlich stark ausgeprägt. Die meisten Betroffenen bemerken meistens erst im zweiten Stadium, dass etwas nicht stimmt, etwa wenn sie beim Treppensteigen unter Atemnot leiden. Später zeigt sich eine Herzschwäche durch Ermüdungs- und Erschöpfungszustände auch bei leichten Belastungen. Auch Wassereinlagerungen in den Beinen, Knöcheln und Füssen oder Herzrasen sind typische Symptome. 

 

Der Körper versucht durch verschiedene Mechanismen im Nervensystem, den Nebennieren und Nieren, die Herzschwäche zu kompensieren, allerdings wirkt dies nur kurzzeitig. Eine Therapie sollte so schnell wie möglich erfolgen, um langfristige Schäden zu vermeiden. 

 

Die Therapie der Herzschwäche richtet sich nach der Ursache. Ist der Blutdruck zu hoch, wird dieser behandelt; liegt ein Herzklappenfehler vor, so werden die Klappen operativ ersetzt. Präventiv oder begleitend ist eine nicht-medikamentöse Therapie sinnvoll. Die Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen wie Übergewicht, Diabetes oder Rauchen sollte man möglichst behandeln bzw. minimieren. Dazu gehört ein moderates körperliches Training, wenig Alkoholkonsum und eine angemessene Salz-und Flüssigkeitszufuhr. Auch Reisen in Höhenlagen und in feucht-heisses Klima sollte man meiden. Geräte wie ein implementierbarer Defibrillator, ein Herzschrittmacher oder eine Herzunterstützungspumpe können eine Therapie ergänzen, als Überbrückung dienen und einen plötzlichen Herztod verhindern.

 

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Alternative Therapien bei Demenz

23. November um 10:24 · · Susanne Holzemer, Pflegeexpertin Alterspsychiatrie

Eigene Emotionen und Erinnerungen erleben – eine wertvolle Erfahrung für an Demenz erkrankte Personen und ihre Angehörigen. Genau das bewirken verschiedene alternative Therapien. Tiere, Geräusche, Musik, Aromen oder Malen sind eine wichtige Unterstützung im Umgang mit betroffenen Patientinnen und Patienten. Besonders dann, wenn der Kontakt für weiterführende Therapien hergestellt werden soll.  

 

Hunde lösen in dieser Patientengruppe meistens viel Freude aus, Frohsinn und Heiterkeit werden geweckt. Die Begegnung mit dem Hund ist weniger als Therapie, sondern mehr als eine Begegnung und Interaktion mit dem Hund zu sehen. Durch die Nähe und das streicheln des Hundes wird eine emotionale Beziehung aufgebaut, der der Hund wertefrei begegnet. 

 

Wissenschaftlich erwiesen ist die Wirkung der Rhythmik nach Jaques-Dalcroze auf das Gehirn und die Motorik. Die Musik- und Bewegungsintervention verbindet spielerisch improvisierte Klaviermusik mit stetig wechselnden motorischen Koordinationsaufgaben. Das Sturzrisiko wird dadurch markant reduziert. Beim Singen zu einer Übung kommen verlorene Erinnerungen und Fähigkeiten an die Oberfläche und das Sprachzentrum wird angeregt. Ein Gemeinschaftsgefühl entsteht.

 

Musik wird auch zur Förderung autobiografischer Erinnerung eingesetzt. Der «Musikspiegel» steigert das Wohlbefinden und lindert herausforderndes Verhalten. Durch Töne, Lieder oder auch Geräusche, die die an Demenz erkrankten Personen an bedeutsame Lebensereignisse erinnern, werden Aggressionen oder depressive Stimmungen gesenkt und eine verbesserte und stressfreiere Beziehung hervorgerufen. 

 

In der klinischen Aromatherapie werden ätherische Öle mittels Diffuser, Tupfer oder Handmassage angewendet. Das Inhalieren des Öls oder seines Aromas kann über das Geruchssystem eine starke Wirkung auf Erinnerung, Hormone und Emotionen ausüben. Durch eine Aufnahme der Öle direkt durch die Haut wird eine systemische Wirkung erzielt und dient ebenfalls zur Entlastung von Symptomen. Dadurch können psychische Symptome und Verhaltensstörungen merklich gesenkt werden. 

 

Malen in der Kunsttherapie bringt bei Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung verschiedene Emotionen hervor.  Stimmung und Gefühle können wieder zum Ausdruck kommen. Das freie Malen wirkt beruhigend und bestärkt das Selbstvertrauen, wodurch Selbstheilungskräfte mobilisiert werden. Das Bestreben in dieser Therapie ist eine Erleichterung während des Klinikaufenthalts zu erzielen.

 

Weitere Informationen zu unserem medizinischen und therapeutischen Angebot in der Alterspsychiatrie erhalten Sie hier.

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Ärztliche Weiterbildung: anerkannte Qualität

23. November um 10:24 · · Jacqueline Baumgartner, Bereichsleiterin Human Resources

Exzellente Qualität in der ärztlichen Weiterbildung und eine familiäre Spitalgrösse schliessen sich nicht aus, wie die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) beweist. Das Schweizerische Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SWIF) hat die UAFP als Weiterbildungsstätte zertifiziert. Damit zeigt die UAFP, dass sie ärztliche Weiterbildung in den Bereichen Geriatrie, Allgemeiner Innerer Medizin, Alterspsychiatrie und –psychotherapie sowie Physikalische Medizin auf qualitativ höchstem Niveau anbietet. Assistenzärztinnen und –ärzte sowie Fachärztinnen und Fachärzte haben damit die Sicherheit, dass sie sich auch bei überschaubarer Spitalgrösse auf eine exzellente Weiterbildung verlassen können. Die Zertifizierungen in den jeweiligen Fachbereichen sind zeitlich begrenzt, so dass die UAFP immer wieder aufs Neue ihre Qualität unter Beweis stellen muss. 

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Alzheimer: atypische Formen richtig erkennen

23. November um 10:24 · · Dr. phil. Michael Ehrensperger, Stv. Abteilungsleiter Memory Clinic Basel

Inzwischen ist breit bekannt, dass bei der Alzheimer-Krankheit in den meisten Fällen vor allem Gedächtnisprobleme auftreten. Aktuell ist jedoch eine Reihe atypischer Varianten der Krankheit bekannt, die mehrheitlich bei Menschen unter 65 Jahren festzustellen sind. Dort können schwerpunktmässig anstelle der Gedächtnisprobleme entweder Defizite in der «Sprache», der «planerischen Leistungen» oder der «räumlichen Wahrnehmung/Konstruktion» auftreten. Bei anderen atypischen Formen stehen Veränderungen im Verhalten oder der motorischen Leistungen im Vordergrund.

 

Bei der neuropsychologischen Diagnostik gilt es daher, alle wichtigen Bereiche der Hirnleistungen und des Verhaltens zu untersuchen, um diese weniger typischen Symptome möglichst früh zu erkennen. Eine sorgfältige Anamnese mit den Betroffenen hilft, Schwierigkeiten jenseits von Gedächtnisveränderungen zu entdecken. Da den Betroffenen nicht selten die Einsicht in Leistungsveränderungen fehlt, sollten auch die Angehörigen einbezogen werden. 

 

Die atypischen Symptome der Alzheimer-Krankheit können auch bei anderen Erkrankungen vorkommen. Daher sind neben der neuropsychologischen Untersuchung auch Ergebnisse aus der medizinisch-körperlichen Untersuchung, der Bildgebung und ggf. weiterer «Biomarker» wie dem Liquor für die Bestimmung der zugrundeliegenden Krankheit wichtig, damit die geeigneten Behandlungsmöglichkeiten gewählt werden können.

 

Für die nicht-medikamentöse Therapie sowie für die Beratung der Betroffenen und ihrer Angehörigen ist die Bestimmung der im Vordergrund stehenden Beeinträchtigungen von grosser Bedeutung, denn diese führen bei den meist noch jüngeren Patienten zu anderen Schwierigkeiten im persönlichen und beruflichen Alltag, als dies bei Gedächtnisstörungen der Fall wäre. 

 

Somit wird deutlich: Um Erkrankungen, die zu Hirnleistungsstörungen führen, frühzeitig zu entdecken und bestmöglich zu behandeln, braucht es die Charakterisierung der spezifischen Symptomatik und das Erkennen der zugrundeliegenden Krankheit.

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Respekt hilft heilen

23. November um 10:24 · · Meta Zweifel

Respekt kennt mehrere Darstellungsformen – von der angstgesteuerten Unterwürfigkeit bis hin zur dankbaren Verehrung. Das zuweilen stark ausgeprägte Bedürfnis des alten Menschen, als Individuum wahrgenommen und respektiert zu werden, kann mit einer seelischen Umbruchphase zu tun haben: Es fällt schwer, zu akzeptieren, dass Selbständigkeit zu bröckeln beginnt, dass man auf Hilfe, Pflege und Beistand angewiesen ist und nicht mehr in jeder Situation Herrin oder Herr im eigenen "Haus" sein kann. So wird verständlich, dass eine alte Dame im Pflegeheim sehr ungehalten reagierte, als ihr die Pflegerin verhiess: "Ich lege Ihnen jetzt den Essmantel um, damit Sie nicht wieder alles vollsabbern. "Gut, dass die Pflegedienstleiterin den Vorfall beobachtet hatte und der Mitarbeiterin klar machte: "Wir sprechen von „Serviette“ und nicht von Essmantel. Und es ist respektlos und inakzeptabel, dass Sie eine Schwäche dieser Bewohnerin erwähnt haben."

 

Verena Kast, emeritierte Professorin an der Universität Zürich, hat sich mehrfach mit dem Themenfeld "Abschiedlich leben" beschäftigt. Das Alter mahnt oder zwingt unweigerlich zur Wahrnehmung von Endlichkeit und Abschiedlichkeit. Spürt der alte Mensch, dass nicht erstrangig seine Hinfälligkeit im Fokus steht, sondern dass man ihn als Persönlichkeit mitsamt ihrer Lebensleistung respektiert, gibt ihm dies Halt in schwierigen Situationen. Respekt sollte in diesem Kontext nicht mit betulicher "Gnadenhof" - Freundlichkeit verwechselt werden. Respekt hilft dann heilen – im körperlichen wie im Seelischen Bereich - wenn er von unverkrampfter Mitmenschlichkeit geleitet wird, frei von Arroganz und Ignoranz. "Als ich haltlos heulte, weil mir nach einer Operation das Hinterteil gesäubert werden musste, teilte mir die Pflegerin mit: "Ich möchte Ihnen sagen, dass Sie eine vorbildliche Patientin sind, die in unserm Haus einen guten Ruf hat. "Ich war amüsiert und fühlte mich unversehens erleichtert und getröstet. "Die Seniorin –nennen wir sie Selma – lacht heute noch, wenn sie diese Klinik-Episode erzählt.

 

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Meta Zweifel, Jahrgang 1933, schreibt als freie Journalistin für verschiedene Gesundheitsmagazine. Die ehemalige DRS-Moderatorin und Chefredaktorin der Fachzeitschrift Drogistenstern ist unter anderem Mitglied im Seniorenrat Münchenstein und moderiert regelmässig die Veranstaltungsreihe ALTERNATIVEN in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER. In lockerer Folge widmet sie sich im FELIX PLATTER-Blog Gesundheitsfragen im Alter.    

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Neues aus der Altersmedizin

23. November um 10:24 · · Sindy Schmiegel, Leiterin Marketing und Kommunikation

Senioren sind mehr und mehr online unterwegs, hat eine aktuelle Studie von Pro Senectute gezeigt. Auch in Gesundheitsfragen ist das Internet für ältere Menschen oft eine wichtige Informationsquelle. 

 

Die neue Webseite der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) will die Angebote des altersmedizinischen Zentrums in der Nordwestschweiz noch besser zugänglich machen. Forschung und Wissenschaft sind ein weiterer Schwerpunkt auf der Webseite. Auch wer auf Stellensuche ist oder sich als Freiwillige/-r engagieren möchte, findet auf der neu gestalteten Webseite Informationen und Ansprechpartner. Weil die Nutzer der UAFP-Webseite häufig im Seniorenalter sind, wurde beim Design besonders auf Barrierefreiheit geachtet: Die Schrift lässt sich stark vergrössern, satte Farben erhöhen die Kontraste und auf ablenkende Elemente wurde verzichtet.  

 

Regelmässig fassen die UAFP-Expertinnen und -Experten in kurzen Blogartikeln neue Erkenntnisse zu altersmedizinischen Themen zusammen oder geben Tipps für Gesundheit und Prävention im Alter. Kognition, Mobilität und Ernährung bilden dabei – entsprechend den Schwerpunkten der UAFP – die Kernbereiche, zu denen Leserinnen und Leser Neues, Interessantes und Nützliches erfahren. Melden Sie sich an, um auf dem Laufenden zu bleiben!

 

 

 

 

Haben Sie Rückmeldungen für uns oder vermissen Sie auf der Webseite etwas? Schreiben Sie uns an kommunikation@felixplatter.ch.

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Forschungserfolg mit der TREAT-CAD Studie

23. November um 10:24 · · Prof. Dr. med. Stefan T. Engelter, Chefarzt Rehabilitation, Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER

In der Mai-Ausgabe der Fachzeitschrift The Lancet Neurology wurden die Resultate der TREAT-CAD-Studie publiziert und dies mit spezieller Würdigung als «Editor’s choice». Die Studie «Biomarkers and Antithrombotic Treatment in Cervical Artery Dissection (TREAT-CAD, NCT02046460)» ist eine multizentrische Therapiestudie, die untersucht hat, ob Einrisse in der Wand hirnversorgender Gefässe – Dissektionen genannt – mit Aspirin behandelt werden können oder ob eine aufwändigere Blutverdünnung (Antikoagulation) nötig ist. Eine internationale Forschergruppe aus zehn Zentren – sieben in der Schweiz, zwei in Deutschland, eines in Dänemark – hat unter meiner Leitung (Universitäre Altersmedizin FELIX Platter und Universitätsspital Basel) unterstützt von Dr. Christopher Traenka (UAFP, USB) Prof. Dr. Philippe Lyrer (USB) und Prof. Dr. Marcel Arnold (Inselspital Bern) zeigen können, dass Aspirin nicht gleich wirksam ist wie die Antikoagulation.

 

Aus unserem Hause haben PD Dr. Henrik Gensicke und Dr. Alexandros Polymeris ebenfalls tatkräftig zum Erfolg der Studie beigetragen.

 

An der Studie nahmen 194 Patientinnen und Patienten über 18 Jahre mit einer symptomatischen, im MRI nachgewiesenen zervikalen Dissektion der hirnversorgenden Gefässe teil. Dissektionen der hirnversorgenden Gefässe sind die häufigste Hirnschlagursache (auch Schlaganfall genannt) bei unter 50-Jährigen; allerdings kommen diese Dissektionen -wie wir vor 4 Jahren zeigen konnten - aber gar nicht so selten auch bei Älteren vor und werden in dieser Altersgruppe wohl tendenziell unterschätzt.[1]

 

[1] Traenka C, Dougoud D, Goeggel Simonetti B, Metso T, Debette S, Pezzini A, Kloss M, Grond-Ginsbach C, Majersik J, Worrall B, Leys D, Baumgartner RW, Caso V, Bejot Y, Compter A, Reiner P, Thijs V, Southerland AM, Bersano A, Brandt T, Gensicke H, Touzé E, Martin JJ, Chabriat H, Tatlisumak T, Lyrer P, Arnold M*, Engelter ST*, for the CADISP-Plus Study group: Cervical Artery Dissection in patients ≥ 60 years – often painless, few mechanical triggers.

Neurology, 2017;

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